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Gotteszwiesprachblähungen
Ich habe dich geliebt wie meinen täglichen Stuhlgang. Neunmal habe ich jede Nacht nach dir gerufen. Und ich tat dies sogar auf die Gefahr hin, dabei verwechselt zu werden. Und zwar mit einem jener bibeltreuen Gebetsbrüder, deren tägliches Lobpreisgewäsch mich irgendwie an Onlineshopping erinnert. „Herr, ich brauche, ich wünsche, ich möchte, ich sollte… 1,2, 3 …meins!“
Nun ja, auch ich habe dich konsumartig angewiesen, mich zu lieben. Auch ich habe dich dazu ersucht, mir endlich deine ganze Obhut angedeihen zu lassen; - einfach nur deshalb, weil ich sie gottverdammt nochmal verdient hätte! Aber irgendwie müssen wir ständig aneinander vorbeigeredet haben.
Ich meine, das ist doch echt DAS Problem mit dir! Wir leben im Zeitalter von Sattelitenübertragung, Glasfaserkabel und Internet. Aber wenn man mit dir in Kontakt treten will, dann muss man ja fast schon schurkische Regentänze vollführen oder imaginäre Voodoopuppen aufschlitzen. Und trotzdem kann man letztlich nie sicher sagen, ob man dich nun am anderen Ende der Leitung hatte oder nur einmal mehr zu tief in die Klosterfraumelissengeistflasche geschaut hat.
Gott, so geht das nicht weiter! Du wirst schon sehen, was du davon hast! Wenn du so weiter machst, dann wechsle ich den Anbieter!
Ja, wenn du dich mir gegenüber auch zukünftig so divenhaft aufführst, dann werde ich kein Wort mehr mit dir reden! Ich werde nicht mehr länger apathisch an meinem Genitalgewächs herumfuchteln oder aber ein gehemmtes Unterdeckenfurzen arrangieren, während ich eindimensionale Selbstfindungsgespräche mit dir führe. Die ich mir dann anschließend in selbstbetrügerischer Manier, als eine göttlich spirituelle Konversation zu verkaufen versuche, um dadurch meinen immensen Zeitaufwand zu rechtfertigen.
Nein, ich werde schon bald ganz ernsthaft damit anfangen ausschließlich nur noch mit mir selbst zu murmeln, ohne den hemmenden Umweg über dich.
Jawohl, ich werde dich wegrationalisieren!
Wenn du also weiter herumzickst, so hab ich dich bald gefressen und verdaut. Du entweichst mir dann als ein flüchtiger Furz. Und während ich mit mir selbst rede, wirst du mich letztmalig umnebelnd umhüllen, verflüchtigt zu einem Gottesfurz.
Gott, du wirst schon sehen, wie gut ich ohne dich kann. WORAUF DU EINEN LASSEN KANNST! © Arne Pahlke, Januar 2005
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® sämtliche Textrechte liegen bei Arne Pahlke/Wortmutation |
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