![]() |
|||||||||||||||
|
Der Gegenstandsreporter - Interview mit einer Rolle Klopapier ® Arne Pahlke, Oktober 2010
Schönen guten Tag. Mein Name ist Arne Pahlke und ich bin ab heute Ihr Gegenstandsreporter. Nun werden Sie sich sicherlich fragen: „Was ist das - ein Gegenstandsreporter?“ Nun, ein Gegenstandsreporter interviewt Gegenstände! Bevor ich mich aber als Gegenstandsreporter hinaus auf die Straße wage, möchte ich mich zunächst erst im Schutz meiner mir eigenen vierundzwanzig Wände an mein neues Berufsbild herantasten. Denn, was wissen wir denn schon von der Gefühlswelt einer Straßenlaterne oder eines Hundehäufchens? Was wissen wir schon von dem Seelenleben einer Gehwegplatte oder von den Ängsten eines Fahrkartenautomaten? Nichts! Und eben deshalb wird es höchste Zeit, dass ich meinen Dienst als Gegenstandsreporter antrete. Für uns alle! Und mein erster Gesprächspartner wird eine Rolle Klopapier sein. Und auf dieses Gespräch bin ich schon sehr gespannt und ich bin auch ein bisschen aufgeregt, denn schließlich ist dies mein erster Einsatz als Gegenstandsreportage und es ist auch mein allererstes Gespräch, dass ich mit einer Rolle Klopapier führe. So und dann mach jetzt erstmal ein bisschen Platz für meinen ersten Interviewpartner (stellt eine große Blumenvase vom Tisch) |
|||||||||||||||
|
Gegenstandsreporter: Schönen guten Tag. Mein werter Name ist Arne Pahlke. Ich bin unfreier freier Mitarbeiter des Wortmutation-Kanals und ich würde jetzt gerne ein Gespräch mit ihnen führen. Hallo? Hallo, können sie mich verstehen? Hmmm. Ich meine, dann stelle ich ihnen jetzt einfach mal eine erste Frage. Etwas ganz Leichtes und Seichtes, damit sie einfach in dieses Interview hineinfinden können. Wie geht es ihnen? Rolle Klopapier: Mir geht es beschissen! Gegenstandsreporter: Das tut mir leid! Aber warum nur? Schauen Sie, Sie haben das ganze Leben noch vor sich. Sie stehen noch ganz am Anfang. Sie können noch aus dem Vollen schöpfen. Rolle Klopapier: Na, was habe ich denn schon vor mir? Ein durch und durch beschissenes Dasein steht mir bevor. Gegenstandsreporter: Wissen Sie, so negativ sollten Sie das nicht sehen! Ich meine, das Leben einer Rolle Klopapier, das besteht ja nicht nur aus einer Aneinanderreihung … oder … na ja… ich meine ... so‘n bisschen doch … besteht es ja eigentlich doch nur aus einer Aneinanderreihung von ekelhaften Scheißsequenzen. Rolle Klopapier: Sag ich doch! Mich erwartet ein total beschissenes Leben! Gegenstandsreporter: Naja, aber sehen sie es doch mal bitte so: Zumindest werden sie ein nützliches Leben führen. Sie werden gebraucht werden. Man wird sich freuen, dass sie das sind; - das es sie gibt. Rolle Klopapier: Nützliches Leben? Pah! Man wird mich besudeln und anschließend in die Kanalisation spülen Gegenstandsreporter: Ja, aber ich bitt Sie …doch nicht komplett. Man beschmutzt Sie doch immer nur ein bisschen von ihnen …mal ein Blatt, mal zwei, mal drei… immer nur ein bisschen …aber doch nicht ganz! Rolle Klopapier: Bis nichts mehr von mir übrig ist! Gegenstandsreporter: Ja, nun werden sie mal nicht weinerlich! So ist halt das Leben! Ich hatte früher auch mal mehr Haare auf dem Kopf. Aber irgendwann ist halt vorbei! Alles wird weniger! Aus - Finito! - Schluss! Aber bis dahin sollten Sie hier nicht so rum jammern sondern Ihr Leben genießen. Auch als Rolle Klopapier! Gerade als Rolle Klopapier! Rolle Klopapier: Es stinkt mir jetzt schon! Und dann diese Schmerzen, die auf mich zukommen werden. Gegenstandsreporter: Welche Schmerzen? Rolle Klopapier: Welche Schmerzen fragen Sie mich??? Man wird mich bei lebendigem Leibe in Stücke reißen! Was meinen Sie wohl, wie sich das anfühlt? Gegenstandsreporter: Sie verfügen tatsächlich über ein Schmerzempfinden? Rolle Klopapier: Tzz, Was denken Sie denn? Natürlich tue ich das! Ich bestehe aus Zellstoff. Ich atme, ich fühle und ich leide wie sie Menschen! Gegenstandsreporter: Na, jetzt übertreiben Sie aber glaub‘ ich bisschen oder?! Sie wollen mir weiß machen, dass Sie über ein Schmerzempfinden verfügen, so wir Menschen. Wissen Sie, das glaube ich nicht! (greift ein Feuerzeug aus der Hosentasche und zündet dieses an) Sie verfügen also über ein Schmerzempfinden, meinen Sie? Hm? Rolle Klopapier: (panisch) Was haben Sie vor? Was tun Sie da? Was tun Sie da? Gegenstandsreporter: Ich will einfach nur Ihr Schmerzempfinden testen. Rolle Klopapier: Sie können mich doch nicht einfach in Brand setzen. Sie sind ja wahnsinnig! Gegenstandsreporter: Nein, ich bin nicht verrückt! Ich bin Gegenstandsreporter. Und als Gegenstandsreporter ist es meine verdammte Pflicht, den Dingen auf den Zahn zu fühlen. Und ich muss jetzt herausfinden, ob Sie uns belogen haben oder nicht. Ich glaube nämlich, dass die meisten Zuschauer Ihren Aussagen misstrauen. Und ehrlich gesagt; - ich zweifle diese auch an! Ich glaube, Sie haben uns hier einen Bären aufgebunden und Sie verfügen überhaupt nicht über ein Schmerzempfinden. Und dies gilt es jetzt zu testen zündelt an der Rolle Klopapier Rolle Klopapier: (schreit) Aufhören! Aufhören! SOFORT! Hören Sie auf! Hören Sie auf! Bitte! Bitte Oh bitte, hören Sie auf! Aufhören! Aufhören! Oh Bitte, hören Sie auf! Ich flehe Sie an! Ahhhh! Es tut so weh - es tut so weh! Gegenstandsreporter: Sie simulieren doch? Geben Sie zu – Sie simulieren! Rolle Klopapier: (jammert) Nein! Ich schwöre Ihnen! Ich simuliere nicht! Ich simuliere nicht! Gegenstandsreporter: Sie simulieren wirklich nicht? Sie haben Schmerzen? Ganz ehrlich und leibhaftig? Rolle Klopapier: Ahh – Ahhh! Bitte – bitte – bitte! Ich brauche einen Arzt! Ich brauche einen Arzt! Gegenstandsreporter: Ich bin mir da nicht so sicher. Rolle Klopapier: (schreit) Sanitäter ! Sanitäter! Gegenstandsreporter: Hören Sie mal auf zu jammern! Was sollen meine Nachbarn denken, wenn Sie hier rumjammern? Rolle Klopapier: Aber es tut so weh. Es tut so weh! Aua! AHHHH! AHHH! Aua! Gegenstandsreporter: Wenn Sie jetzt sofort auf hier rum zu jammern und rum zu qualmen. Sonst sehe ich mich genötigt Ihnen etwas anzutun Rolle Klopapier: Tun Sie doch was! Tun Sie doch was! Gegenstandsreporter: Hören Sie jetzt endlich auf! Rolle Klopapier: (schreit) Sanitäter ! Sanitäter! Na, dann muss ich Sie jetzt leider mundtot machen…! (rammt der Klopapierrolle mehrmals das Messer in dem Leib) Tzz, undankbarer Interviewpartner! Was für eine dämliche Klopapaierrolle. Da gibt man Ihr die einmalige Gelegenheit, sich der ganzen Welt mitzuteilen. Und was kommt? Nur Gejammer – nur Gejammer! Und da will man ine Aussage hinterfragen. Und ja, was kommt dann? Sie schaltet auf stur! Na, das habe ich mir auch anders vorgestellt. Hallo? Hören Sie? Hören Sie mich? Na, dann eben nicht! (deckt die Klopapierrolle mit einer Decke zu) Ich verabschiede mich für heute Ich muss nämlich jetzt schnell aus Klo; - ne Runde kacken. (greift sich die Klopapierrolle) Und dich nehme ich mit (greift sich die Klopapierrolle) Du kriegst jetzt den Rest! Undankbares Vieh! |
|||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||
|
Konkalit, 12 Oktober 2010 - sehr gelungen! Allerdings fehlte es bei dem Video ein wenig an Spontanität, z.b hätten die Schmerzensschreie der Rolle etwas drastischer klingen können oder auch das Einstechen auf die Rolle hätte etwas öh...blutiger sein können XP Aber ganz witzig in jedem Fall. So wies aussieht gibt es mehrere Schnittsequenzen, soll das so sein oder gibt es auch einen Directors Cut und eine ungeschiss äh geschnittene Fassung ;) Wortmutation - Du immer mit Deiner Blutsgeilheit. Und was die Schreie angeht; - ich kann in meiner Wohnung nicht immer laut schreien und singen. Außerdem können billige Klopapierrollen gar nicht so laut schreien. Und das weiß ich als Gegenstandsreporter nun mal besser als du! ;-) Schnitte ließen sich nicht vermeiden, da ich nicht den ganzen Dialog in einem Rutsch und fehlerfrei hinbekommen habe - dafür hätte ich ihn annähernd auswendig lernen müssen. Ärgerlich ist nur, dass die Schnitte auffällig sind. Und dies liegt wiederrum daran, dass mein Videobearbeitungsprogramm sehr schlecht (überfordert) ist. Es hakt bei der Bearbeitung – dadurch kann ich nie auf die Zehntelsekunde genau schneiden, da ich die Aufnahmen nie synchron sehe. Ich werde deshalb erst wieder neue Sachen machen, wenn ich ein besseres Programm gefunden habe. Ich habe gestern z.B. versucht einen Song von mir zu visualisieren. Es geht einfach nicht! Ich brauche hierfür ein Programm, was Ton- und Videospur ohne die geringste Verzögerung gleich ausgibt. Das ist alle viel zeitaufwendiger und komplizierter, als das Resultat am Ende aussehen mag. |
|||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||
|
® sämtliche Textrechte liegen bei Arne Pahlke/Wortmutation |
|||||||||||||||