Ich bin ein Hartz-4-Empänger und muss aus meiner Wohnung raus, weil diese zu teuer ist.

Sehr geherter Dr. Wortmutant

 

Ich bin am Boden zerstört. Ich weiß wirklich nicht mehr, wie es weitergehen soll.

Vor wenigen Tag bekam ich einen Brief von der ARGE-Behörde, in dem mir mitgeteilt wurde, dass ich mir binnen 4 Monaten eine neue Wohnung zu suchen habe, da meine jetzige Wohnung zu teuer ist. Dabei liegt die Miete meiner jetzigen Wohnung gerade einmal 3,70 Euro über dem erlaubten Höchstsatz. Wegen einer solch geringen Summe können die mich doch nicht wirklich aus meiner Wohnung werfen oder?  

Ich lebe doch bereits seit 29 Jahren in dieser Wohnung. Darf man so mit einem Menschen umgehen. Schließlich habe ich über dreißig Jahre gearbeitet und in dieser Zeit brav in das System eingezahlt. Und nun so etwas.

Bitte helfen Sie mir!

Paul Wanke aus Berlin, 56 Jahre

 

 

Sehr geehrter Herr Wanke,

ich kann Ihre Verzweiflung natürlich verstehen und nachvollziehen.

Allerdings ändert dies nichts an der Tatsache, dass der Rauswurf aus Ihrer viel zu teuren Wohnung absolut in Ordnung geht.

Sie schreiben zwar, „… dass Ihre Miete lediglich 3,70 Euro über dem erlaubten Höchstsatz liegt …“ Und eben diese Summe nennen Sie gering. Doch wo kämen wir hin, sehr geehrter Herr Wanke, wenn jeder (noch nicht obdachlose) Hartz-4-Empfänger so denken würde wie Sie?

Ein Betrag wie 3,70 Euro mag sich zunächst nicht viel anhören. Aber nehmen Sie diese Summe doch nur mal zwölf und schon haben wir einen Betrag von stattlichen 44,40 Euro vor uns stehen.

Und nun stellen Sie sich einmal vor eine Million Hartz-4-Schmarotzer täte es Ihnen gleich. Daraus würde sich dann eine Summe von unglaublichen 44.4 Millionen jährlicher Mehrbelastung ergeben.

Kurzum: Ihre Art zu denken ruiniert den Staatshaushalt! Für 44.4 Millionen Euro kann sich die Bundesrepublik nämlich bereits einen halben neuen Eurofighter kaufen.

Und das Sie selbst über dreißig Jahre in das System eingezahlt haben zählt nicht! Wie heißt es doch so schön: „Nichts ist so alt, wie der Erfolg von gestern“

PS: Haben Sie schon mal über einen Lebensabend im Männerwohnheim nachgedacht? Diese Wohnsituation hilft u.a. gegen die Alterseinsamkeit und schont ganz nebenbei den maroden Staatshaushalt.

 

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Wortmutant

 

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