Hauptgewinn im Sozial-Popp-Lotto

 

Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich als der erste Gewinner im neu geschaffenen sozialem Popplotto (kurz SPL) feststehe. Endlich wurde ein staatliches Gewinnspiel geschaffen, an dem sich ausnahmslos sozial schwache Männer beteiligen dürfen, die sich unter normalen Rahmenbedingungen bei der Brautschau (unter vorgehaltener Männerhand auch Fickobjektsuche genannt) kaum Hoffnung machen dürfen.

Männer, die wie ich im sozialen Abseits stehen, dem also die nötigen Eier fehlen, sprich das Geld, haben endlich, wenngleich auch nur eine sehr geringe Chance, in den Genuss einer überaus attraktiven Vagina inklusive Frauanhang zu gelangen.

Mein Hauptgewinn heißt Lola. Unter normalen Umständen würde Lola einen Mann meines gesellschaftlichen Ranges keines Blickes würdigen. Nun aber muss Lola mir sieben Tage lang für mindestens eine sexuelle Handlung pro Tag zur Verfügung stehen. Und wenn sie mich dabei auf Grund meines sozialen Ranges beleidigt, verlängert sich ihr Trauma um jeweils eine Woche. Also wird Lola es sich dreimal überlegen, mich spüren zu lassen, was sie wirklich von mir hält – nämlich weniger als nichts!

Überaus mitfühlend finde ich denn auch die Maßnahme, das die SPL-Gesellschaft dem Gewinner zusätzlich eine Wochenpackung Viagra spendiert, weil sie, so wie sie es in ihrem Teilnahmebedingungen steht, um die Erektionsprobleme sozial schwach gestellter  Männer sehr wohl bescheid weiß.

 

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Spielen Sie mit beim großen Sozial-Popp-Lotto!

 

Ich hatte schon zwei Jahre keinen Sex mehr. Und meine letzte Eroberung war eine schwertabhängige Alkoholikerin. Ich begegnete ihr, als ich in einem Obdachlosenasyl notstrandete, nachdem ich meinen Kummer einmal mehr mit Alkohol zu betäuben versuchte. Sie war bewusstlos, als ich mit ihr schlief. Es wäre aber herablassend mir gegenüber, mir dies übel zu nehmen. Schließlich macht Gelegenheit Liebe. Und welche Frau will schon freiwillig mit einem maroden Sozialfall Sex haben? Die total heruntergekommene Frau hätte dies im Wachzustand sicherlich auch nicht gewollt; - hat sie im Alkohol doch bereits ihren letzten großen Liebhaber gefunden.

Ach ja, nicht das sie wegen der Geschichte mit dem Obdachlosenasyl von mir denken, ich lebe auf der Straße. Nein, noch habe ich eine eigene Wohnung – oder vielmehr werde ich auf Fremdkosten (anteilig vielleicht sogar auf ihre Kosten) in einer dieser beengenden Sozialwohnungen gehalten. Aber all dies spielt nun keine Rolle, denn gleich kommt Lola zu mir.

Ob ich sie zusätzlich demütige, indem ich sie in der Hundestellung nehme?

Und was passiert eigentlich, wenn ich meinen Hauptgewinn schwängere? Kommt dann die SPL-Gesellschaft für die Folgekosten auf? Ich meine, nicht das sich mein Gewinn nachträglich als eine weitere Niete in meinem verlustreichen Leben herausstellt und ich am Ende einmal mehr der Gefickte bin. Und dies wäre  eine ziemlich makabre Umkehrung des erklärten Zieles der Sozial-Popp-Lotto-Gesellschaft oder sehe ich das am Ende alles zu eng?  © Arne Pahlke, Februar 2006

 

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