Herbstblüte

Arne Pahlke, 1989

 

Schon bald sind wir in der Spaltungshitze erfroren.

Unsere Leiber werden im Gleichtakt zerspringen.

Zersplitternde Sirenen singen

uns das Wachauflied zum Untergang,

den wir fiebernd heraufbeschworen.

 

Die Kraft von tausend Sonnen wird uns pulverisieren.

Unser Synchrontod verstopft jedes Lichtermeer.

Schon bald werden wir uns selbst exekutieren,

uns zu Staub degradieren, hinfort ins Nimmermehr.

 

Keine Angst! Lass dich einfach tragen!

Inhaliere einen letzten Atemzug Gottvertrauen.

Nehme Abschied ohne Hinterfragen,

denn es ist dann nichts mehr da, um zurückzuschauen.

 

Herbstblüte

 

Wir sind Bezwinger und Verlierer der Evolution

Wir verabschieden uns mit einem bombastischem Fest.

Und wir tanzen, bis dass das Fegefeuer uns entlässt,

beten dabei stumm für unsere Absolution.

 

Und spürst du, dass die Hitze unerträglich wird.

So schau’ hinauf zur pilzförmigen Herbstblüte.

Und schau’ dann zurück zur Mutter Erde.

 

Leg dich hin und stirb!

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