Heute ist wieder so ein Tag

 

 

Ich weiß auch nicht,

aber heute ist wieder so ein Tag zum Kinder schießen.

Ich fühle mich wie der Zahnbelag meines Nachbarn.

Und dabei kenne ich meinen Nachbarn überhaupt nicht.

Ich weiß nicht, wo das noch hinführen soll?

Was wollen diese fremden Ziele von mir,

die mich allmorgendlich aus meinem warmen ziellosen Bett entführen?

Und warum darf man eigentlich keine Kinder schießen?

Etwa nur deshalb nicht, weil die Geburtenzahlen rückläufig sind?

Und was ist mit ausländischen Kindern?

Ich meine, die wuchern doch aus jedem Loch.

Darf ich die schießen?

Darf ich sie denn wenigstens anspucken?

Sie dürften ja auch zurück speien.

Nichts darf man.

Alles was Spaß macht, wird bestraft!

 

Ich weiß auch nicht,

aber heute sollte mir lieber keiner jener Frauen begegnen,

die in ihrem Anflug zwanghafter Tierliebe meint,

gleich zwei Hunde ausführen zu müssen.

Als hätten wir nicht schon genügend Scheiße am Hals.

Aber leider geht der Trend nicht nur zum Zweitauto

sondern mehr und mehr auch zum Zweitköter.

Kein Wunder, bei immer mehr Frauen mit Orgasmusproblemen.

 

Foto by Maschinenjunge

 

 

Warum darf man eigentlich keine Frauen und Hunde schießen?

Ist ja schon gut, ich weiß!

Eine solche Frage hatten wir eben in ähnlicher Form bereits.

Aber falls es irgendjemand interessieren sollte:

Wenn ich heute dürfte, wie ich wollte,

dann gäbe es auf jeden Fall weniger Zahnbelag.

Doch es gibt kein Entrinnen.

Und somit bleibt mir nichts anderes übrig,

als mich von diesem seichten

dahinplätschernden sadistischen Tag

in Zwangshaft nehmen zu lassen.

Keine Ahnung, wo das noch alles hinführen soll.

Und ich habe keine Ahnung

warum meine Fürze an solchen Tagen

besonders aggressiv und angriffslustig riechen.

Oder welchen Zweck diese Unruhe in mir erfüllen soll,

die ja ohnehin nicht so ausgelebt werden darf, wie sie will.

Was mir bleibt, das sind Ablenkungsmanöver wie z.B.:

Frontplatz Arbeit – Schützengraben Sport.

Und weil es unter Strafe steht

diesem militanten Irrsinn zu entfliehen,

oder schuldige Mitläufer zu vernichten,

(als ob es unschuldige Menschen gäbe)

vernichten wir uns eben alle ganz brav selbst

und treffen damit jedes Mal voll ins Schwarze.

 

Heute ist wieder so ein Tag.       © Arne Pahlke, März 2006

 

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