Hinter dem Vorhang

Arne Pahlke, 1993

 

--- DER VORHANG ---

geschaffen von des Meisters Hand.

Er wird sich heute lüften;

er wird rahmen den Rand.

 

Er beginnt uns zu offenbaren,

was bislang im Verborgenen lag.

Er beendet das Verwahren;

heut’, am Jüngsten Tag.

 

Das schwarze Nichts

steigt ins Rampenlicht.

 

Und alles schweigt,

und alles bricht

über uns herein.

 

--- DER VORHANG ---

weht auf.

Und aus dem schwarzen Nichts

taucht ein Niemand auf.

 

Hinter dem Vorhang

 

So füllt nur Dunkelheit

der Bühne Rahmen.

Und weit und breit

zeigt die Schöpfung kein Erbarmen.

 

Alles schweigt gehemmt.

Alles ruht beschämt.

Nirgendwo ein Lichtschein brennt,

nirgendwo ein Firmament.

 

Nur die Stille ist zugegen.

Nichts ist wirklich wahr.

Nichts ist heut geschehen.

Nichts, was je geschah!

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