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Hodenmalerei
Gestern vor dem Schlafengehen überfiel mich eine meiner besonders ruhmreichen Ideen, die ich hiermit ohne Eigengnade für die Nachwelt festhalten möchte. Da ich, ein in Verzicht geübtes Männlein, zwei ganze Tage nicht masturbieren konnte, war ich ziemlich rallig. Zwei Tage mögen in den Ohren der meisten Frauen zwar nicht wirklich nach Verzicht klingen, doch für einen Mann kann eine solch lange Phase der Enthaltsamkeit durchaus bereits den Tatbestand einer Körperverletzung gleichkommen. Und so dachte ich mir, dass ich zur Feier des Tages (schließlich war Sonntag) meinen Selbstbefreiungsakt einmal auf eine besondere Weise versündigen müsse.
Also kramte ich mir die Reste meiner Lebensmittelfarben hervor und bemalte damit mein Hodensäckchen.Warum? Nun, ich tat es, weil ich dies noch nie zuvor in meinem Leben getan habe. Dies allein reichte mir als Grund? Ja, weil ich es für eine gänzlich ungefährliche Erfahrungslücke hielt, die ich gestalterisch leicht auffüllen …ähm ausmalen konnte.
Gesagt, gepinselt …
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Immerhin habe ich bereits als Kind Eier ausgepustet und bemalt
Ich denke, dass die bloße Männchen-Eiermalerei noch keinen hohen Grad an Perversion darstellt, wohl aber, was ich mir dabei vorstellte und hier unerwähnt lasse. Und über diese meine bizarren Gedanken wurde meine Säckchen prall und mit ihnen mein Pürierstab.Und da mir das Stäbchen gerade so gut stand, dachte ich mir in meiner mir triebhaften Art, bepinsele das Dingsda doch ebenfalls komplett. Und die farbliche Verzierung meiner Eichel hob ich mir bis zum Finale auf. Und sodann bemalte sie mir in Feuerwehrrot.
So weit, so bizarr ...
Als ich mir dann aber nach dem Auslaufen meiner Eiweissfüllung, die unsittliche Körperbemalung wieder abwaschen wollte, stelle ich (leicht) geschockt fest, dass die grüne Farbe an meinem linken Hodensack gar keine Lebensmittelfarbe war, sondern eine meiner Leuchtlackfarben, die ich für meine Plakamalereien gebrauche. Wohl deshalb hat mein linker Hodensack beim Auftragen so fies gebrannt, schoß es mir durch den Kopf. Also versuchte ich mir das grüne Ei, mittels Nagellackentferner zu reinigen, was dann meine zweite besonders ruhmreiche Idee binnen kürzester Zeit war.
Jeder Mann, der wissen möchte, wie sich Nitroverdünnung auf einem frisch gepressten Hodensack anfühlt, dem empfehle ich, dies dennoch NICHT am eigenen Leib auszutesten. Naja, spätestens bei meiner nächsten Häutung dürfte der Grünstich verschwunden sein. Und ich darf ja noch froh sein, dass ich das Grasgrün nicht für meine Eichel gewählt habe.
Ei, ei ei ..dies wäre gewiss kein Hoffnungsgrün geworden!
© Arne Pahlke, April 2005
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