Höllengott

Arne Pahlke, Sommer 1991

 

Oh Vater des Blutes und des Niedergangs,

der du uns barmherzig lotst vor den Abhang.

Geheiligt werden deine gesandten Katastrophen.

Es geschehe dein Wille; hier und im Reich der Toten.

 

Oh Vater, dein Höllenfeuer wird uns leibhaftig verbrennen.

Sag, kannst du uns den Tag unseres Untergangs benennen?

Und bitte zwing’ uns weiter deinen Gutmenschwillen auf,

denn du bist der Herr, der seine Macht missbraucht.

Höllengott

Unseren täglichen Schmerz gebe uns auch Heute.

Betrachte und verzehre uns als eine leichte Beute.

 

Vergib den Befehlshabern und führe sie erneut in Versuchung.

Und wollen wir nicht folgsam sein, so verfluch’ uns!

Wir sind die leitbaren Sklaven deiner Weltenmacht;

nehmen dankerfüllt an, was du für uns geschaffen hast.

 

Oh' Herr, wir sprechen deine Zehn Gebote

und leben, wie von dir heimlich begehrt, die Verbote.

Oh heiliger Höllengott, komm und sei unser Gast,

und segne uns, was du für uns verdorben hast.

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