Homosexualität im orthodoxen Judentum

Der Umgang mit Homosexualität ist im orthodoxen Judentum in etwa mit dem des strenggläubigen Christentums (siehe unter: katholische Kirche) vergleichbar. Beide Religionen schließen homosexuelle Menschen aus, da ihre Lebensweise für sie ein Verstoß gegen die menschliche Natur darstellt, die nicht zu tolerieren ist. Und ebenso wie "rechtgläubige" Christen begründen orthodoxe Juden ihre Haltung vor allem durch Aussagen der "Gotteschriften", nämlich der hebräischen Bibel und des Talmud. So steht im Talmud  u.a. sinngemäß geschrieben, dass wenn zwei erwachsene Männer mit einander ein Bett teilen, beide sterben müssen. Und in einer anderen Passage erklärt der Talmud einfach, das Problem der Homosexualität würde im Judentum nicht bestehen, da es keine jüdischen Homosexuellen gibt. Klingt bizarr und bringt einmal mehr ganzen Starrsinn und die Blindheit zum Ausdruck, der mit von Menschen verfassten “Bibel-und-Co-Büchern” einhergeht. 

Aussagen wie: "...schon bei der Erschaffung der ersten Menschen sei festgelegt worden, dass der Mann „an seinem Weibe haften" werde... (Gen 2, 24)", sind wie geschaffen dazu die Homosexualität als widernatürlich darzustellen.

 

eine Torarolle

 

Doch der Talmud prangert die Homosexualität noch um einiges härter an, als vergleichsweise das Alte Testament. So wird im Talmud gewarnt, dass wer die Zeugungspflicht nicht erfüllt, mit einem Mörder zu vergleichen ist. Womit alle Schwulen potenzielle Mörder wären. Doch wie immer lassen sich Verse aus Glaubensschriften vielfach deuten, was allein schon die unüberschaubare Zahl an Bibelforschern belegt, dessen Deutungen selten übereinstimmen. Viele ortodoxe Juden fordern von Schwulen, dass diese ihre sexuellen Handlungen gänzlich einstellen, um nicht stets neue Sünden zu begehen.

Insbesondere in kleineren Gemeinden müssen selbst ungeoutete Homosexuelle mit einem gewaltigen sozial-psychischen Druck leben. Neben den ortodoxen und konservativen Juden steigt zum Glück die Zahl  der reformierten Juden, die weitaus liberaler im Umgang mit der Homosexualität sind, wenngleich die anerzogene Abneigung gegenüber Gleichgeschlechtlichkeit in den Köpfen vieler noch immer fest verankert ist.

Doch auch immer mehr jüdische Schwule und Lesben wollen ihre Sexualität nicht länger verstecken, und das ist auch gut so! Denn so wie jeder Recht auf freien Glauben haben sollte, sollte jedem freistehen, zu begehren und lieben, wem er will!

 

siehe auch unter: Toleranz  und Intoleranz, Todesstrafe wegen Homosexualitaet, Diskriminierung, antischwule Gewalt, Homophobie, Priester (katholische), Kirche (katholische), Spiritualitaet (spiritueller Weg), Gott, Taoismus,Vatikanstadt, Suenden, Psychiatrie und Homosexualität, Geschichte der Homosexualitaet, Dyba, Johannes Dr,Exodus International Organisation, Demut

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