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Freitag, 1. April 2005
Ich habe keine Weltretterin verdient!
Gott, ich habe keine Weltretterin verdient!
„Du kannst doch unmöglich so weiterleben“, fauchte sie mich in ihrer liebenswert hilfsbereiten und scheinbar wunderbar aufgeräumten Vollkommenheitsbesessenheit an. Fragt mich bitte nicht, wie man liebenswert hilfsbereit faucht. Aber ich gebe Euch eine Hilfestellung:
Ihr kennt doch wohl alle mindestens eine Vertreterin jenes Frauenschlags, die große Teile ihres ausdruckslosen Lebens opfert, um die Welt zu retten? Ja, natürlich kennt jeder von euch mindestens eines dieser Opferlämmer, die sich von der Welt und insbesondere von Männern betrogen fühlt, nachdem sie diese (vollkommen selbstlos, versteht sich) vor ihren Untergang retten wollte.
Vertreterin dieses Frauenschlags halten sich auffallend häufig auffällig viele Kinder, Katzen, Hunde, weichgespülte Erinnerungen und märchenhaft bizarre Friedenstauben-Zukunfsträume. Und für all dies ersehnen sie sich einen treuen Begleiter, der ihrem gänzlich langweiligem Dasein einen Zauber verleihen soll, der dann meist allein auf ihre pure Einbildung beruht.
Ihr scheinbar gelebter Lebenstraum heißt: Ich rette die Welt! Ich bringe Spatzen mit gebrochenen Flügeln ins Tierheim. Ich schreibe sehnsuchtsvolle Liebesbriefe an Serienkiller kurz vor ihrer Hinrichtung. Und ich schlafe auch dann mit einem Mann, wenn es weh tut, wenn es dafür nur ein kleines bisschen mehr Liebe und Gerechtigkeit auf dieser Welt geben könnte.
Und dann fühlen sie diese Weltretterfrauen betrogen, wenn den Männern nach ihrer aufopferungsvollen Darbietung nach und nach klar wird, an welch wunderbaren; - doch dabei nur schwer zu ertragenen Frauenschlag sie da geraten sind. Woraufhin sie ins Nimmerwiedersehensland abtauchen.
Nun, eine dieser Vertreterin der Gattung der Weltretterfrauen, wollte mich auch schon mal von meinem ganz persönlichen Untergang bewahren, dem wir ja im Grunde genommen alle entgegen taumeln.
Auf jeden Fall erschien mir dann diese Frau, mit diesem liebevollen und selbstaufopferungsvollen Gesicht. Und sie sagte mir, was solche Frauen dieses Schlags gerne und wiederholt zu Männern sagen, die zu retten gedenken: “Du kannst unmöglich so weiterleben; - so ganz allein..“. Und da sie mir dies binnen weniger Wochen etwa fünfzigmal sagte, fing ich an, sie eben dafür zu verachten. Denn mit jedem mal mehr, dass sie es mir sagte, spürte ich mehr , dass sie nicht mich sondern sich selbst retten wollte.
Nicht sie wollte meine persönliche Weltretterin sein , sondern ich sollte sie aus ihrem armen Dasein befreien. Und zwar auf eine Weise, die sie als meine Retterin erscheinen ließ.
Weltrretterfrauen sind meist ziemlich egoistische Kreaturen. Und Frauen dieses Schlags sind häufig keinen Deut besser, als jene Männer, die sie (meist im Nachhinein) als (psychisch kranke) Scheusale hinstellen. Und dabei sind sie sich selbst gegenüber weitaus verlogener, als jene Männner (Katzen, Kinder, verurteilte Straftäter etc.),die sie retten wollen.
Doch sie dürfen auf jede Menge Trost von Gesinnungsgenossinnen hoffen. Oder auch von Männern, die in ihren Augen dann meist von rettungswürdigen Findelseelen zu unrettbaren Arschlöchern gedeihen werden.
“Uh, ich werde immer nur ausgenutzt. Ich gebe meine letzte Bluse und bekomme nie etwas zurück.”
Dabei bekommen sie doch stets genau das, was sie durch ihr krankes Vorgehen herausfordern!
Gäbe es nur noch Frauen dieses Schlags, so würde ich fortan nur noch (vorübergehenden) Trost und Wärme in den Armen von Männern suchen.
Denn, mein lieber Gott, ich habe keine Weltretterin verdient!
Schick mir bitte lieber so ein egoistische Ziege, die mir ein Ohrfeige verpasst, wenn ich mal wieder so gemeine Dinge (wie hier vorliegend) über die Frauenwelt schreibe. Ja, schicke mir eine trotzige Frau, die eine ganze Nacht lang mit mir Kuscheln und Ficken will, ohne dabei auch nur ein einziges Wort über eine bessere (und schon gar nicht gemeinsame) Zukunft zu verlieren.
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