|
Ich will ein Haustier! Arne Pahlke
Ich will ein Haustier!
Aber ich mag keine großen Hunde. Und ich mag auch keinen kleinen Hunde, weil Hunde generell blöd sind! Vor allem jene, die von ihren noch blöderen Besitzern für besonders schlau verkauft werden sollen.
Dafür mag ich Katzen, aber ganz bestimmt nicht in meiner Nähe, weil mir sonst die Luft ausgeht. Und außerdem stinken Katzen ganz erbärmlich, meist noch abscheulicher und abstoßender, wie ihre zumeist weiblichen allein stehenden Halterinnen, die ihre Katzen allerdings für wahnsinnig saubere Tiere halten.
Glücklicherweise mag ich noch Wellensittiche. Aber ganz gewiss nicht jene Fehlzüchtungen, die immerfort ihre nervtötenden Tumultattacken von sich geben und zweimal jährlich die Wohnung federn.
Ein Papagei wäre ein schönerer Blickfang, der aber, gleich einer Frau, zwar nett ausschaut, aber dessen ständiges Gelaber mich rasch nerven würde.
Und wie wäre es mit einem Pferd? Nein, ich mag keine Pferde mehr, seit mir seinerzeit etliche geistig verwirrte Mädchen mein geliebtes Poesiealbum mit ihren Hengstsprüchen voll uriniert haben.
Und wie wäre es mit einem Aquarium? Ja, das wäre doch eine tolle Idee! Das sind Tiere, die einfach da sind, ohne zu stören. Aber bitte nur ein Aquarium ohne diese Fische, die ihre Nachkommen auffressen und jeden selbst verursachten Kotfaden sofort auf Essbarkeit hin überprüfen.
Und wie wäre es mit einer Giftschlange? Arne, was soll das denn jetzt? Du warst doch bereits verheiratet!
Menno, es ist wirklich gar nicht einfach, das passende Haustier für mich zu finden. Schließlich will ich so eine Kreatur nur für mein eigenes Wohlbefinden und nicht etwa, weil ich tierlieb bin.
Ich bin ja schießlich kein Abonnent eines dieser herzallerliebstenTiermagazine oder eine Betreiberin einer (ach wie süßen) Katzen- oder Hamsterhomepage. Tja, solche Menschen sind natürlich ausnahmslos am Wohl eines Tieres interessiert, während sie sich dieses liebevoll versklaven.

Hey, jetzt habe ich die rettende Idee!
Ich hole mir eines dieser exotischen Haustiere, wie mein Nachbar sich eines gekauft hat. Diese Tierchen sollen extrem lernwillig sein, und auf Zuruf sogar an Herrchens Stöckchen knabbern. Sie lassen sich später auch einfach aussetzen, ohne dass man daraufhin Angriffe von militanten Tierschützern fürchten müsste. Denn diese Kreaturen haben nicht so eine Lobby, wie z.B. die selten blöden Köter, die außer Kot verteilen und Frauchen lecken eigentlich für nichts zu gebrauchen sind.
Ja genau, ich hole mir eine junge Thaimuschi, mit einem blank rasierten Kätzchen,
das keine Allergien auslöst. Eine Thaimuschi, die sich von mir bei Bedarf einen Maulkorb anlegen lässt und mir jeden Abend ein viergängiges Menü auf den Tisch stellt, woraufhin sie sich unter dem Tisch hockt und ihre Haustierpflichten erfüllt.
Und während sie dies tut, bleibt mir nur noch zu sagen:
„kop-kuhn-krap“, meine kleine läufige Hündin
|