Ichbezogenheit & Narzissmus (unter Schwulen)

Narzissmus, Autoerotismus; - je mehr sich die Psychoanalytik darum bemüht, den Begriff Narzissmus zu erläutern, desto komplizierter wird es. Doch wie erklärt man Narzissmus in möglichst einfachen Worten?

Narzissmus bedeutet eine lustbetonte, sexuell unterlegte Verliebtheit in den eigenen Körper. Dann ist aber auch bereits Schluss mit Leichtverdaulichkeit.

Sigmund Freud meinte, dass fast alle Formen der Selbstliebe Neurosen seien. Diese können u.a. dadurch entstehen, wenn ein Kind nicht ausreichend Liebe, Wärme und Bestätigung erfährt. Eine Unterversorgung in diesen Punkten kann dazu führen, das ein Kind oder Erwachsener zu kompensieren versucht, was ihm niemals oder aber nur unzureichend entgegen gebracht wurde. Und dabei neigt ein solcher Mensch dazu, das eigene Selbst zu idealisieren, es zu vergöttern.

Daraus erklärt sich auch, warum verhältnismäßig viele Schwule eine narzisstische Ader besitzen. Viele von ihnen, die etwa durch ihre Eltern/Geschwister/Verwandte/Freunde während ihrer Kindheit oder Pubertät eine Ablehnung ihres Selbst bzw. ihrer Homosexualität erfahren mussten, versuchen auf diese Weise ihr angekratztes Selbstbild glatt zu polieren, wodurch sie gleichzeitig ihre frustrierenden Kindheitserfahrungen aufzuarbeiten versuchen.

 

Ein Narziss - verliebt in sein eigenes Spiegelbild

 

Zahlreiche Homosexuelle haben eine Form der Eigenliebe entwickelt, die deutlich narzisstische Wesenszüge erkennen lässt. Und narzisstische Menschen sind weder in der Lage aufrichtig zu lieben - noch sich tatsächlich mit ihrem Partner zu vereinigen.

Narzissmus wird übrigens abgeleitet von dem Namen Narziss, einem schönen Jüngling aus einer alten griechischen Sage. Er hatte sich in sein eigenes Spiegelbild so sehr verliebt, dass er niemand anderes wollte und sich aus lauter Sehnsucht schließlich selbst umbrachte. Und heute wird dieses Wort  vorrangig in der Psychologie verwendet, um eine bestimmte Art von Persönlichkeitsstörung zu bezeichnen.

Es ist natürlich nicht verkehrt, sich selbst zu mögen. Es ist sogar sehr wichtig, sich selbst liebenswert zu finden. Nur so man das Selbstbewusstsein, um andere zu lieben und sich auf sie einzulassen. Als "narzisstisch" bezeichnet man Menschen deshalb erst dann, die (fast nur noch) sich selbst lieben können. Menschen, die sich selbst für besser, schöner, klüger und erfolgreicher als alle Anderen halten und ihre Fähigkeiten übertrieben positiv darstellen. Und beim Sex achten solche Menschen meistens nur auf ihren eigenen Spaß und können sich nicht vorstellen, dass andere damit vielleicht nicht zufrieden sind.

Doch es gibt auch eine abgeschwächte Form des Autoerotismus, der in heutigen Zeit (und dies übrigens nicht nur unter Homosexuellen) sprunghaft zunimmt, womit die allgemeine Liebesfähigkeit gleichzeitig kontinuierlich abfällt.

Eine Partnerschaft dient den meisten Männern, hetero wie schwul, in erster Linie nur als ein Mittel zur Befriedigung der eigenen Bedürfnisse. Wenn sie sagen: „Das tue ich doch alles nur für dich!“, meinen sie tatsächlich: „Dies geschieht alles nur, damit ich mich wohl fühle. Und wozu sollte die Liebe auch sonst gut sein, wenn nicht zu meinem Besten?“, denken sich viele.

Dass aber zur wahren Liebe auch eine gehörige Portion Selbstlosigkeit gehört, findet immer seltener Gehör. Schaut man sich beispielsweise viele der Junghomos in Szene-Discotheken an, so überfällt einen dabei mitunter das Gefühl von lauter selbstverliebten Prinzen umgeben zu sein, die in sich gekehrt vor riesigen Spiegeln tanzen  und von der eigenen Person derart betört scheinen, dass sie für niemanden anderen mehr, als für sich selbst, zugänglich sind.

Jeder Narziss ist sich selbst der Nächste - und stellt oft unerfüllbare Ansprüche an seinen imaginären Traumpartner, den er aus eben diesen Gründen niemals aufspüren wird.  Und so liebt sich unser Narziss am allerliebsten selbst.

siehe auch unter: Adonis, Das Bildnis des Dorian Gray, Diskonkordanz  (sexuelle), Dolce & Gabanna, Diva, Idealbilder & Idole, Kontrektation  (sexuelle), Koerperkult, Laufsteg-Mentalitaet (schwule), Leidenschaft,Liebe, Liebesfaehigkeit, Joop, Wolfgang, Objekt der Begierde, Ballett & Balletttaenzer, Schoenheit, Schoenheitsoperationen, Schoenheits-Verrueckte (schwule), Tanz & tanzen

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