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Invalidentreffen in Disneyland Arne Pahlke, Februar 2006
Ich traf sie in Paris beim großen Invalidentreffen in Disneyland. Sie war schön; - so richtig schön debil, wie es sich für eine “anständige” Kanzlergattin gehört. Und sie kam mir seltsam bekannt vor, als wäre ich ihr schon einmal begegnet. Ja, für einen kurzen Moment spürte ich sogar einen Hauch von Vertrautheit. Speichel lief ihr aus ihrem Mund, kleckerte auf ihr Dekolletee. Und sie ließ ihn mich auflecken, während sie mir lispelnd von jener Organisation erzählte, in der sie auf Grund ihrer gesellschaftlichen Stellung als Botschafterin berufen wurde. Mit roboterhafter Begeisterung sprach sie von dieser Organisation; - eine Organisation, die mittels hysterisch anmutender Aktionen gegen die weltweite Kinderarbeit aufbegehrt. Ich hörte der Anstandsdame des Kanzlers mit halben Ohr zu und schaute lieber zu den verhaltensgestörten Kindern, die sich hyperventilierend am kargen Nährwert der Attraktionen des infantilen Vergnügungsparks labten. Nach fünf Minuten Szenenbeschau wurde mir allerdings speiübel, sodass ich mich inmitten des Gesichtes der Kanzlerbraut erbrach. „Nicht aufregen, jetzt bitte nicht aufregen!“, wirkte ich beruhigend auf sie ein. „Es handelt sich bei dieser übel riechenden Lauge lediglich um eine spezielle Erfrischungsgelatine, die ich soeben persönlich für sie angerührt habe, Madame“. „Deshalb reicht sie so ekelhaft“, entgegnete sie mir daraufhin und lächelte mich zufrieden an: „Wenn sie so widerlich riecht, dann muss sie gut sein“, resümierte die Kanzlerzofe mit jener geistesgestörten Logik, die mir erneut die Magensäure aufkochen ließ. Dankbar verrieb sie meine Kotze über ihr verhärmt aussehendes Gesicht. Dadurch erhielt sie kurzzeitig eine erschreckende Affinität mit Carrie, des Satans jüngster Tochter; - obgleich sie nach wie vor die neue Gattin unseres Kanzlers war, nach dem ich bereits die ganze Zeit über vergebens Ausschau hielt. “Was finden sie an Kinderarbeit eigentlich so störend”, fragte ich die vollgekotzte sabbernde Kanzlerfrau, die sich auf meine Frage hin hitzig lachend einpinkelte. „Na, hör mal … “, piepste sie glucksend, nachdem sie ihr kleines Geschäft verrichtet und sich mehrere Beruhigungspillen eingeworfen hatte. “Kinder müssen ihre Kindheit voll und ganz ausleben dürfen, damit sie zu gesunden Menschen heranwachsen können. Das weißt du doch selbst oder etwa nicht?“ Warum duzte sie mich? Ich schwieg und schaute mich erneut um. Dabei erblickte ich einen Jungen mit angedickter Wohlstandsfresse, der aus Leibeskräften schrie, als würde es um sein Überleben gehen. Tatsächlich musste er sich lediglich mit einer kleinen Goofycola zufrieden geben, obgleich sein Papa ihm doch angeblich eine große Mickymausbrause versprochen hatte.
Und auch sah ich dieses Mädchen mit den kandierten Kulleraugen. Sie weinte gespenstisch bedeutungsschwanger, als hätte sie ein gar wundersamer Ausleger der Schöpfung gestreichelt. Dabei hatte ihr lediglich eine französische Antwort auf einen deutschen 1-Euro-Jobber in einem peinlich aussehenden Dagobertkostüm einen Lolly geschenkt. „Wenn sie etwas für die Kinder dieser Welt tun wollen …“, raunte ich der Kanzlergattin zu: “, „… dann helfen sie, das sämtliche dieser kindesmisshandelnden Freizeitparks ihre Pforten für immer schließen müssen! Kinder brauchen keine grimassenhaften Karikaturen der Wirklichkeit. Schicken sie die Kinder der westlichen Welt lieber für ein Jahr zum Teppiche knüpfen nach Indien. Aber bloß nicht im Austausch! Wir dürfen den indischen Kindern eine solche Barbarei, wie etwa den Besuch in einem dieser Parks, auf gar keinen Fall antun!“ „Was redest du denn da?“ fuhr mich das repräsentative Klappgestell an: „Wir sind heute hier zusammengekommen, um gemeinsam an diesem friedlichen Ort den Weltkindertag zu feiern.” „Ach so …“, entfuhr es mir mit einem tiefen Stoßseufzer. “Dann bin ich also gar nicht beim großen Invalidentreffen gelandet?“ „Sehe ich etwa wie eine invalide Frau aus?“, raunte mich die Kanzlergattin keuchend an, während sie sich einen Teil meines Erbrochenen, der sich auf dem Boden zu einem kleinen Kotzeteich vereinigt hatte, über ihr Dekolletee verrieb. „Nein, sie sehen wie immer bezaubernd aus …“, raunte ich ihr zu und umspielte dabei mit meiner Zunge liebevoll ihr linkes Ohrläppchen, passend zu meiner unbeabsichtigten politischen Drittgesinnung. Und sodann trat ich an das Rednerpult und eröffnete mit folgenden Worten meine Rede zum Weltkindertag: „Ich freue mich sehr, hier und heute vor ihnen stehen zu dürfen …“ Leider kann ich mich an den weiteren Wortlaut nicht mehr erinnern. Meine Erinnerungen setzen erst wieder an dem Punkt ein, als ich für vier weitere Jahre im Amt des Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland bestätigt wurde. |
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