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In dem von Regisseur Scott Kalvert geschaffenen aufwühlenden und nachdenklich stimmenden Werk, liefert Leonardo DiCaprio eine seiner bis heute besten schauspielerischen Leistungen ab. Ohne DiCaprios darstellerische Qualität wäre es lediglich ein durchschnittlicher „Drogenfilm“ geworden. So gibt es viele Milieustudien, die diese Thematik eindrucksvoller und authentischer behandeln, als es dieser Film tut. Zur Story: Jim Carroll (Leonardo DiCaprio) wächst in einem Armenviertel von New York auf. Und er hat es allein seinem außerordentlichen Basketballtalent zu verdanken, dass er ein Stipendium an einer erlauchten High School erhascht. Hinter dem nach außen hin cool auftretenden Teenager verbirgt sich ein äußerst feinfühliger 13jähriger Junge, der seine Ängste und Sehnsüchte u.a. in Gedichten Ausdruck verleiht. Doch seine eher „einfach gestrickten“ Freunde wissen nicht viel mit seinen literarischen Werken anzufangen. Schließlich fängt Jim an Drogen zu konsumieren, um dem Elend, in dem er lebt, zu entkommen. Anfänglich wirft er sich Ecstasy; - doch bereits wenig später greift er zum Heroin. Sein Abstieg beginnt. Jim fliegt von der Schule und rutscht in eine Welt aus Drogen, Beschaffungskriminalität, Prostitution, Gewalt, Lüge und Verzweiflung ab.
Leonardo DiCaprio alias Jim Carrell
Vielleicht gefällt mir dieser Film trotz einiger Längen nicht zuletzt deshalb, weil er Parallelen zu meinem eigenen Leben aufweist. Wenn ich Caroll sehe, - diesen jungen Dichter, der mittels Drogen der Wirklichkeit zu entkommen versucht und dabei sein Leben verkackt, da habe ich durchaus meine eigene Geschichte vor Augen. Und deshalb hätte ich mir die Milieuschilderungen ein- und nachdrücklicher gewünscht. Dennoch kann der Film insbesondere auf Grund der Glanzleistung von Leonardo DiCaprio über weite Strecken überzeugen. Den stärksten Moment hat Jim Caroll für mich, als Jim bei seiner Mutter auftaucht und vor der verschlossenen Wohnungstür um Geld bettelt. Abwechselnd flehend – drohend – zürnend – weinend – verzweifelt - diabolisch – einfach alle Register ziehend, versucht er an Geld für Stoff zu kommen. Di Caprio tut dies mit hässlich verzehrter Fratze; - um einen Augenblick später den mitleidserregenden kleinen hilflosen Sohn zu mimen, der an Mutters Mitgefühl appelliert. Und die verzweifelte Mutter hinter der verbarrikadierten Tür leidet hilflos mit ihrem Sohn mit. Eine brillant gespielte Szene, die mich tief bewegt hat und die noch lange Zeit in mir nachhallte. Das Ende des Filmes hat mich überhaupt nicht überzeugt, da es mir viel zu glatt verläuft. Ich persönlich hätte mir ein Ende gewünscht, bei dem ein großes Fragezeichen im Raum steht. Jeder Junkie bleibt schließlich ein Leben lang Junkie. So hat der echte Jim Caroll, nach dessen Romanvorlage dieser Film entstanden ist, es eben nicht geschafft, wie uns das Foto aus dem Jahr 2007 veranschaulicht. Der Film hingegen gibt vor, als wäre plötzlich deshalb alles gut, nur weil Jim einen Entzug hinter sich hat und erstmals öffentlich einige seiner Gedichte vorlesen durfte. Deshalb und wegen einiger Längen und der mir oft etwas zu „biederen“ Milieustudie gibt es von mir „nur“ 8 Punkte.
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