Jüngling, der du leider noch ein Knabe bist

 

Jüngling,

der du weder Meister noch Geselle bist.

Der du die Welt auf Zehenspitzen trägst.

Du vergehst dich an mir.

 

Jüngling,

der du niemals den Tod gespürt.

Der du weder Falten noch Narben trägst.

Du vergehst dich an mir.

 

Jüngling,

der du mir immerzu davon eilst.

Der du mich lächelnd auf Wolken trägst.

Du vergehst dich an mir.

 

Jüngling,

der du mich willkürlich berührst.

Der du nur Unschuld in dir trägst.

Du vergehst dich an mir.

 

Jüngling,

der du im Herbst deine Blätter verlierst.

Der du auch irgendwann Alter und Weisheit trägst.

Du vergehst dich an mir.

 

Jüngling,

und dann vergeh’ ich mich an dir.     © Arne Pahlke, 1995

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