King Kong (Peter Jackson)

peter jacksons's king kong

Produktionsland: USA/Deutschland/Neuseeland

Erscheinungsjahr: 2005

Altersfreigabe: FSK 12

Laufzeit: 192 Minuten

Genres(s): Abenteuer, Fantasy, Drama, Horror

Regie: Peter Jackson

Besetzung:    u.a. Naomi Watts, Jack Black, Adrien Brody, Thomas Kretschmann, Colin Hanks, Andy Serkis, Evan Parke, Jamie Bell, Lobo Chan 

 ® Arne Pahlke, 2010

Ich weiß nicht genau, warum Filme mit mutierten Rieseninsekten,  Urzeitviechern und Dinosauriern oder eben haushohen Affen á la King-Kong auf mich eine dermaßen hohe Anziehungskraft ausüben.  Wahrscheinlich ziehen sie mich aus denselben Gründen an, die so viele zu Machwerken wie Jurassic Park, Godzilla oder King-Kong hinziehen.

Zum Glück lebt in vielen von uns auch im Erwachsenalter noch immer diese kindlich sehnende Vorstellung, dass es „so etwas“ tatsächlich geben könnte. Wir sind fasziniert von dem Gedanken, dass Dinosaurier wieder leben könnten. Es fesselt uns die Idee, dass es irgendwo da Draußen in dem immer schneller schwindenden Regenwald tatsächlich eine Kreatur wie King-Kong geben könnte, obgleich der rationale erwachsende Teil in uns nicht mehr an solche Wunder glauben mag und darf. 

Ja, wohl deshalb lieben so viele Menschen derartige Filme, da sie uns träumen und staunen lassen. Sie sind wie Märchen für Erwachsene, die dass ihnen innewohnende Kind noch immer gerne in Wunderwelten entführen lassen. Und wenn man Peter Jacksons King-Kong ein Stück weit mit den Augen eines Kindes sieht, so funktioniert dieser Film wunderbar. Er bietet Bombastkino vom Feinsten, serviert uns einen stylisch beeindruckenden Popcorn-Kong mit hohem Unterhaltungswert, wenngleich mir die Einführung etwas zu lang geraten ist. 

Der Film wartet mit teilweise phantastischen Effekten und einer rasant rasenden Action auf. So etwa bei der völlig überdrehten und wunderbar unterhaltsamen „Berg- und Talfahrt, bei denen Dinosaurier Purzelbäume schlagen und sich die unterschiedlichsten Urzeitviecher ein wahnwitziges Verfolgungsrennen liefern. Was man da sieht, ist himmelschreiender Quatsch und Klamauk  und  hebelt teilweise alle physikalischen Gesetze aus.  Und genau deshalb bringt es so einen Heidenspaß, sich diesen Nonsens anzusehen.

Peter Jacksons King-Kong ist (von der Einführung einmal abgesehen) spannend bis zum Finale, obgleich man Kong‘s  Ende ja bereits von Anfang an kennt.

 

“Ich glaub, mich laust der Affe!”

 

Das man King-Kong übrigens weit weniger als monströsen Riesenaffen wahrnimmt, sondern vielmehr als ein verletzbares scheues Wesen, das zu vielen Gefühlsregungen fähig ist, eben dies hat der Film der liebevollen „Charakterzeichnung“ seines Riesenaffens zu verdanken.  Zwar heult man beim Finale nicht gleich Rotz und Wasser, wenn King-Kong vom Wolkenkratzer stürzt und das Zeitliche segnet, aber anders als z.B. bei Roland Emmerichs Godzilla, der seinem Monster überhaupt keine Persönlichkeit mitzugeben vermochte, kann King-Kong durchaus Gefühle erzeugen.

Ja, im Vergleich zu Peter Jacksons King-Kong wirkt Roland Emmerichs Godzilla geradezu wie eine stupide Riesenechse in einem  „Metropolen- Porzellanladen“.  Aber – und dies möchte ich eben einfügen dürfen -  nichts anders ist man von Emerich gewohnt. Er ist für mich einer der am meisten überschätzen „großen“ Regisseure der Gegenwart. Trotzt oftmals wahnsinnig hoher Budgets liefert dieser Stümper einen seelenlosen Film nach dem anderen ab. Oh, wie gerne hätte ich mir viele seiner Filme von einem  guten Regisseur umgesetzt gewünscht. Von jemanden, der wirklich Geschichten erzählen und Stimmungen erzeugen kann, der seinen Figuren Persönlichkeit verleiht – eben von jemanden wie Peter Jackson.

Ich habe an King-Kong eigentlich wenig auszusetzen, was wohl vor allem daran liegen mag, dass ich von diesem Film von der ersten Minute an nicht mehr erwartet habe, als das er mich gut unterhält.  30-45 Minuten weniger Laufzeit hätten diesem  Film allerdings gutgetan, zumal vieles von dem, was am Anfang passiert für den weiteren Verlauf zunehmend bedeutungsloser wird.

   8.5 von 10 Punkten

 

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