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Kompromissgehege
Sag, hättest du etwas dagegen, wenn ich mit dir gemeinsam dafür wäre, wenn wir uns irgendwo im Dazwischen wiederfänden; zwischen unseren zersausten Erwartungshaltungen?
Ich meine, diese ominöse Ganzheit, nach der wir alle versucht sind immerzu zu fahnden, die tut uns nicht gut!
Sie macht alt und hässlich, gehässig und neidisch, gefrässig nach Vorwürfen - allem voran nach Selbstvorwürfen.
Diese lebenslange Fahndung nach diesem kompromisslosen Wohlgefühl, nimmt uns in derart in Beschlag, dass viele von uns, nicht einmal am Ende ihres Irrweges erkannt haben, das sie im Dazwischen, also in den erwartungsarmen Kompromissgehegen viel mehr Glück erfahren hätten, als stattdessen ihr Leben lang in einer begierigen Erwartungshaltung zu verharren.
Unsere Erwartung lebt nie im Hier und Jetzt.

Unsere Erwartung flüchtet stets in die Zukunft, weil sie unfähig und unwillens ist, sich der Realität des Augenblicks zu stellen. Doch in der Zukunft ist kein Platz, um in diesem einen Augenblick glücklich zu sein!
Und deshalb bietet uns jeder getroffene Kompromiss weitaus mehr Chancen auf Glück als unsere wirren Erwartungshaltungen.
Und dies umso mehr, weil wir, sobald wir an unseren Erwartungen festhalten, oft begleitend dazu meinen, dass uns das Leben (noch) etwas schuldig sei.
Doch das Leben ist uns nichts schuldig!
Vielmehr sind wir es unserem Leben schuldig, dafür zu sorgen, das wir uns irgendwo im Dazwischen, also zwischen unseren vielen schwer bis gänzlich unerfüllbaren Erwartungshaltungen treffen.
Wenn du also unter diesen Umständen nichts dagegen einzuwenden hättest, so möchte ich dich hiermit dazu einladen, mit mir gemeinsam ein Kompromissgehege für unsere Erwartungshaltungen einzurichten. © Arne Pahlke Montag, 29. August 2005
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