Konjunkturpakete, Konjunkturpakete …

Arne Pahlke, Januar 2009

 

Politiker: Ist das nicht wundervoll? Wo man auch hinschaut regnet es Konjunkturpakete. Wie viel darf es denn sein, wehrte Damen und Herren?  Möchten sie 10 Milliarden, 50 Milliarden oder doch lieber gleich 100 Milliarden?

Ach, nun kommen sie schon und genieren sie sich nicht so!

Wenn sie wollen,  können wir ihnen auch ein extrem bürgerfreundliches All-Inclusive-Paket über 200 oder 500 Milliarden schnüren? Und wenn dieses Paket immer  noch nicht  ausreichen sollte, um die Folgen der bösen Weltwirtschaftskrise aufzufangen, dann erhöhen wir das Volumen unseres Konjunkturpakets eben auf eine Billion.

Was soll‘s?  Schließlich haben wir es ja … ähm … nicht.

Bürger: Wie? Wir haben es nicht?

Politiker: Nein, wir haben es nicht!  Aber machen sie sich deshalb bitte keine Sorgen! Schließlich hat keines der Länder, in dem eifrig Konjunkturpakte geschnürt werden, dass Geld, das es unters Volk wirft.

Bürger:  Ja, aber wie geht denn so etwas?

Politiker: Wie jetzt? Sie fragen mich ernsthaft, wie so etwas geht? Was sollen denn immer diese zweifelnden Nachfragen? Wir handeln einfach ähnlich jenen Phantasten, die uns diese Scheiße eingebrockt haben.  Also werfen wir mit jeder Menge Geld um uns, das wir nicht haben und besorgen uns dafür faule Kredite. Und um an diese faulen Kredite zu gelangen, bieten wir Sicherheiten, die letztlich keine sind.

Bürger:  Ich glaube, ich kann und will ihnen nicht mehr folgen.

 

Foto by Eilmeldung

 

 

Politiker: Unter anderem werfen wir einfach neue Staatsanleihen auf den Markt. Glauben sie mir, das ist eine supersichere Geschichte. Zumindest ist diese Geschichte so lange sicher, so lange unser Staat nicht bankrott geht.  Aber genau danach sieht es weltweit zunehmend aus; - nach insolventen Ländern, die kurz vor dem finanziellen Zusammenbruch stehen. Und somit verkommen die Staatsanleihen immer mehr zu höchst risikobehafteten Hedgefonds, auf die wir in immer kürzeren Abständen eben deshalb zurückgreifen, da wir uns nicht mehr anders zu helfen wissen.

Ja, ich muss zugeben, dass die weltweit gestreuten Konjunkturpakete auch für mich immer mehr den Charme von Henkersmahlzeiten versprühen.

Bürger:  Oh, mein Gott, das klingt ja furchtbar.

Politiker:  Ach, machen sie sich auch deshalb keine Sorgen.  Wenn alle Stricke reißen, drucken wir einfach neues Geld. Und wenn uns daraufhin die Hyperinflation heimsucht, dann regnet es eben weltweit Staatsbankrotte.

Bürger:  Ja und dann?

Politiker: Im schlimmsten Fall verdunkelt sich daraufhin die Welt für ein paar Monate oder Jahre und einige Millionen Menschen lassen ihr Leben. Aber sie sterben zumindest für eine gute Sache. Denn wie ein Phönix aus der Asche werden die Staaten neu auferstehen und dann mit  extrem starken Währungen jede Herausforderung der Zukunft meistern.

Bürger:  Aber wer glaubt denn nach einem totalen Zusammenbruch noch an den stetigen Wachstum und an die Selbstregulierung des Geldes? Und wie wollen sie nach einem Staatsbankrott wieder alles zum Laufen bringen?

Politiker: Aber mein werter Herr. Wo bleibt denn ihre Phantasie? Dafür gibt es doch Konjunkturpakete, Konjunkturpakete …

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