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Kreuzverhör im Fall M. Jackson (Real-Satire)

Betrifft: streng geheim gehaltene Kreuzverhörauszüge im Fall: „Bad Boy M. Jackson“
Soeben erhielt ich einen spektakulären Tonbandmitschnitt des (bislang) streng geheim gehaltenen Kreuzverhörs mit M. Jackson. Mein amerikanisches Anwaltskollegenschwein James Harris Oswald war mir glücklicherweise noch einen Gefallen schuldig, da ich ihm über einen Zeitraum von mehreren Jahren blutjunge Huren aus Osteuropa ins Land der Freiheit geschleust habe, damit er nicht nur seine betagte Ehefrau besteigen musste, sondern überdies ein paar schöne Aussichten genießen konnte.
Hier die wichtigsten Passagen:
Staatsanwalt: Herr Jackson, sie haben minderjährige Jungs wiederholt mit Alkohol gefügig gemacht, um sie anschießend für ihre perversen und abscheulichen Gelüste zu missbrauchen. So war es doch, Herr Jackson?!
Verteidiger: Einspruch, Euer Ehren. Hier werden unbelegte Vermutungen in mutmaßliche Tatbestände umgeformt.
(Ilja) Richter: Einspruch abgelehnt! Licht aus – Spot an!
M. Jackson: (weinerlich murmelnd) Da läuft doch eine gigantische Verschwörungskampagne gegen mich. Erst ließ man Muhammad Ali im legendären Kampf gegen Frazier verlieren und nur kurze Zeit später nannte man all jene Verzeichnisse und Tabellen, die in einem negativen Zusammenhang stehen, schwarze Listen. Ja, und schließlich sprach die ganze Welt von Schwarzgeld, das weißgewaschen werden muss. (dann flehend in Richtung der Geschworenen) Merkt es denn hier niemand? Das ist doch eine Verschwörung gigantischen Ausmaßes. Das ist doch ein großer Kompott! Ein totaler Rhabarber.
Staatsanwalt: Herr Jackson! Haben sie minderjährige Jungs mittels Alkohol gefügig gemacht?
M. Jackson: Es war Jesus-Saft, so wahr mir Gott helfe. Wie können sie mir bloß so bösartige Dinge unterstellen? Der Herr schickte mir kleine süße Lämmchen Und ein kleines unschuldiges Lamm wird von der Mutter umsorgt und fürsorglich abgeleckt. Und ich bin die Mutter Gottes und meinem mir anvertrauten Lämmern mangelte es an nichts! Außerdem bin ich für den Weltfrieden und gegen die Schwarzmalerei von dunkelhäutigen Männern. Sagte ich Männern?
(Ilja) Richter: Angeklagter, ich muss sie doch bitten….
M. Jackson: Ich will aber kein Mann sein! Und vor allem will ich kein schwarzer Mann sein! Stoppt den Rassismus! Weiße Hautfarbe für alle! (schluchzend) Ich will jetzt sofort zurück auf meine Ranch. Ich will Karussell fahren. Warum nur ist mein Affe Bubble tot? Das ist doch alles ein widerwärtiger Rhabarberkomplott.
Staatsanwalt: (schroff – laut) Kam es auf ihrer Ranch zu sexuellen Übergriffen, Herr Jackson? Haben sie Kinder mittels Alkohol gefügig gemacht?
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M. Jackson: (schluchzend) Es war doch alles ganz anders! Sie haben je keine Ahnung, wie es ist, wenn man als Heiliger leben muss. Es war so furchtbar, Herr Richter. Stellen sie sich folgendes Trauma vor: Ausgewachsene Frauen mit ihren unförmig wippenden Brüsten bedrängen sie. Gleichzeitig stinkt es aus ihren Kanälen nach Empfängnismoderpampe. Stellen sie sich nun weiter vor, dass einige dieser Frauen ihnen sogar in den Schritt fassen. (kreischt kurz laut auf). Stellen sie sich nur vor, eine will dann überdies Sex von ihnen! (weint hemmungslos)
(Ilja) Richter: (muss schlucken)
Staatsanwalt: (geht auf M. Jackson zu) Herr Jackson, beantworten sie mir meine Fragen!
M. Jackson: (heulend) Sie sind ein Rassist! Und sie sind sogar ein kolossaler Rassist, da sie schwarze Männer sogar dann noch für ihre Hautfarbe hassen, wenn diese kalkweiß sind. Außerdem bin ich gar kein Mann und sie sprechen mich trotzdem mit Herr Jackson an. Ich fühle mich von ihnen diskriminiert. Und was verstehen sie schon von sexuellen Übergriffen? Der Griff, dem ich beim Tanz mitunter in mein Genital vollführe, dies ist eine traumatische Nachwirkung all jener sexuellen Übergriffe, die ich durch Frauen erleiden musste. Ich bin ein Opfer! Ich bin das Opferlamm Gottes! (singt beschwörend) Ihr Kinderlein kommet… dann gefasst weiter redend) Ich bin ein Opfer einer ….
Staatsanwalt: … einer riesengroßen Verschwörungskampagne.
M. Jackson: Sehen sie, nun geben sie es sogar selbst zu! Ich liebe Kinder über alles!
Staatsanwalt: (süffisant zischend) Ja, daran besteht für mich nicht der leiseste Zweifel, Herr Jackson. Auf ihrer Ranch wurde ein Bildband gefunden, in denen lauter leicht bekleidete und nackte Jungs abgebildet sind. Ist es etwa das, was sie an Kindern so sehr lieben, ihre nackte Unschuld, die sie dann mit ihrem Jesus-Saft bekleckern?
Verteidiger: Einspruch, Euer Ehren. Es handelt sich bei diesem Bildband um völlig legales und frei verkäufliches Material.
M. Jackson: Ach, wirklich?
Staatsanwalt: (zerknirscht) Ja!
M. Jackson: (beleidigt) Warum hat man mir das nicht früher gesagt? Was ist mir da bloß alles entgangen?
Staatsanwalt: Herr Jackson, sie verkennen den Ernst ihrer Lage. Die Beweislast ist erdrückend. Unter anderem sagen mehrere Opfer und Zeugen aus, das sie Jungen wiederholt unsittlich berührt haben und dabei ihre Hände sogar unter deren Kleidung – und zwar auch in deren Hosen geführt haben.
M. Jackson: Hätte ich sie vorher ausziehen sollen? Ich bin ein Lichtwesen. Ich könnte Kindern niemals etwas Böses antun, eben allein deshalb nicht, weil ich ein Lichtwesen bin. Alles was ich tue, ist mit der Liebe der Welt durchflutet. Ich heile die Welt! Ich bin das gute Gewissen der Erde. Ich trage reine Liebe in die Welt.
Staatsanwalt: Verwechseln sie die Liebe nicht eventuell mit ihrem perversen Gelüsten?
M. Jackson: Herr Richter, der Mann dort (zeigt mit seinen Fingern auf den Staatsanwalt) tut mir ganz doll weh.
(Ilja) Richter: (schaut zunächst den Angeklagten mitleidig und seltsam verklärt an, dann tadelnd in Richtung Staatsanwalt) Genau, sie tun Herrn Jackson weh, sie roher Mensch. Unterlassen sie das gefälligst! Ich dulde keine Fragen mehr, die seine Intimsphäre verletzen!
Staatsanwalt: (diskreditiert) Wie bitte?
M. Jackson: (zeigt ein Victoryzeichen) Gott schütze sie, Herr Vorsitzender!
(Ilja) Richter: (springt von seinem Pult auf und läuft zum Angeklagten – wirft sich vor ihm auf die Knie und leckt seine Lackschuhe ab) Ich liebe dich – ich begehre dich – schon seit du damals mit deinen Geschwistern als Jackson Five unterwegs warst.
M. Jackson: (pikiert schreiend) Aber da war ich doch noch ein Kind. Was passiert denn hier bloß? Ich will zurück – ich will mit Kevin allein in mein Haus. Doch warum musste der Junge alt werden? Er ist mittlerweile bereits über zwanzig Jahre alt. Das ist doch eine Zumutung für jedes Auge. Da läuft doch eine riesengroße Verschwörung gegen mich! Und nehmt diesen alten Tattergreis endlich von meinen Schuhen. Die Dinger waren schweineteuer. Und wie inzwischen wohl jeder weiß, bin ich fast pleite, und brauche mein restliches Geld für die Umsiedlung nach Thailand.
Verteidiger: Diese Verhandlung ist doch eine Farce. Ich fordere die sofortige Absetzung dieses Verfahrens. Ich fordere Freispruch für meinen Klienten!
Staatsanwalt: Ich bringe sie alle hinter Gitter! Ihr seid doch alle Schweine!
(Ilja) Richter: (noch immer zu Jacksons Füßen liegend) Bitte bitte ins Jugendgefängnis.
M. Jackson: (lacht befreit) Warum gibt es eigentlich keine Kindergefängnisse? Es gibt doch schließlich auch kriminelle Kinder? Das ist doch eine Verschwörung. Ich wäre freiwillig 20 Jahre ins Gefängnis gegangen und hätte mich sogar freiwillig mit Handschellen ans Bett fesseln lassen.
Geschworenen: (im Chor) Jesus-Saft für alle! ©Arne Pahlke Donnerstag, 2. Juni 2005
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