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Leinen los zum Untergang Arne Pahlke, 1993
Wir warten ständig auf das, was da kommen wird. Doch niemand spürt was der Wind bricht. Wir sind des Lebens lange schon übermüde, und viel zu benommen für eine klare Sicht.
Hin und wieder vermutet zwar jemand wir bewegten uns auf einer Titanic, und blickt ein Unheil am fernen Horizont. Doch so richtig weiß auch er nicht, was uns dort in bösen Wehen überkommt.
Denn alles ist im Umbruch, die Welt wellt sich im Handel. Niemand hat heute Zeit für Schiffbruch, und erst recht nicht für einen Gesinnungswandel.
Wir sind verkommen zu einem wirtschaftlichen Interessengut. Wir haben uns zum Gespött unseres eigenen Bestandes gemacht. Wir mutierten zu einem Monstrum, dass kein Gott sich so erdacht. Wir sind eine Masse, nur noch scheinbar aus Fleisch und Blut; tatsächlich agieren wir wie Maschinen in Narrentracht.
Wir sind so furchtbar allwissend – so erschreckend sinnentleert. Und so hängen wir, als einst weißes Tuch, das als Mahnmal über Nacht geteert, als unserer aller Opfer böser Fluch, über einem Damoklesschwert, an einer Leine, die bald zu reißen droht.
Wir sind bereits alle tot! |
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® sämtliche Textrechte liegen bei Arne Pahlke/Wortmutation |
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