![]() |
||||||||||||||
|
Liebe Schulanfänger(innen),
sicherlich kommt der hier vorliegende Brief für Euch einige Jahre zu früh. Doch leider stecke ich in einer Zwickmühle, welche es mir nicht erlaubt, Euch meine Botschaft erst in einigen Jahren zu überbringen. Denn würde ich Euch diesen Brief erst zu jenem Zeitpunkt zukommen lassen, in dem Ihr mit der Sprache bereits hinreichend umzugehen versteht, so käme meine Mahnnachricht für die meisten von Euch zu spät – viel zu spät sogar! Ich möchte Euch zu etwas ermuntern, zu etwas antreiben, Euch Mut zusprechen, - für einen Akt des wachen Widerstands und des wissenden Aufbegehrens. Ich möchte Euch dazu anstoßen, sämtliche erwachsene Menschen, die sich fortan Eure Lehrer nennen werden, ausnehmend kritisch zu beobachten. Und zwar in allem, was sie Euch sagen und in allem, was sie darstellen. Wer auch immer sich fortan Euer Lehrer nennt, eben dieser Mensch hat zu akzeptieren, dass Ihr ihm mitsamt seinen Aussagen einer ständigen Überprüfung unterzieht, um ihm gegebenenfalls zu widersprechen. Wenn es sein muss müsst Ihr ihm sogar wieder und wieder widersprechen. Schließlich behauptet dieser Mensch, dass er dazu befähigt ist, Euch auf das Leben vorzubereiten. Deshalb hört Euch genau an, was diese akademische Person Euch zu sagen hat und hinterfragt mit jeder Faser Eures wachen Bewusstseins den Gehalt seiner Worte. Doch begeht dabei bitte nicht jenen folgenschweren Fehler, der Euch fast automatisch zum Verlierer stempelt! Begeht nicht jenen Fehler, den ein Großteil der Lehrerschaft nur allzu gerne sehen würde. Ihr solltet niemals annehmen, dass der, der Euch etwas lehren will, nur deshalb mehr vom Sein der Dinge versteht, weil er ständig und immerfort über Dinge spricht, denen Ihr nicht folgen könnt. Sobald der leiseste Zweifel in Euch aufflammt, solltet ihr Euren Lehrer vielmehr freundlich hinterfragen, ob er denn überhaupt selbst versteht, wovon er spricht. Merkt euch: Je mehr Worte eine Erklärung braucht, desto mehr mutiert diese oft zu einem Existenzberechtigungsbericht für eine Anschauung, die höchstwahrscheinlich eine leere Hülle ist. Wenn ein Lehrer Euch zum Beispiel anmahnt, diesen oder jenen Buchstaben leserlicher zu schreiben, auf Linienführung zu achten, oder aber gewisse Schreibschnörkel in Zukunft fortzulassen, so hinterfragt freundlich, warum Ihr dies tun sollt. Und dann gebt euch nicht mit einer Antwort zufrieden, die Ihr nicht in ihrem Wesen begreift oder aber die ihr nur deshalb verstehen wollt, um nicht als widerspenstig zu gelten. Liebe Schulanfänger, tut Euch und der Zukunft der Menschheit einen großen Gefallen. Seid aufsässig, wenn Ihr Euch im Recht glaubt. So z.B. dann, wenn ein Euch Belehrender nicht willens oder fähig ist, Euch Euer angebliches Unrecht plausibel zu machen; und zwar in einer Weise, dass Ihr tatsächlich begreift. Und begreifen heißt eben nicht mittels leerer Worthülsen zum Schweigen gebracht zu werden! Die meisten Lehrer wollen Euch nämlich gar nicht die Schönschrift lernen, weil sie es gut mit Euch meinen. Sondern sie tun dies, weil sie Euch zu uniformen Affen erziehen wollen. Und warum dies? Weil sie einst selbst zu uniformen Affen erzogen wurden, die sich eben diese Manipulation im Hier und Jetzt nicht eingestehen wollen. Stattdessen ziehen sie es vor, ein einst an ihnen begangenes Unrecht, nunmehr an die nächste Generation weiterzugeben.
Hütet euch vor wohlgemeinten Ratschlägen, wenn diese nicht mit der offenkundigen Wirklichkeit harmonisieren! So werden viele Lehrer Euch von Eurer einzigartigen Persönlichkeit erzählen, doch synchron dazu, eben diese Eure einzigartige Persönlichkeit wieder und wieder untergraben. Viele Lehrer werden versuchen Euch in kurzsichtige (Denk-)Schemen zu pressen, Euch etwas mittels guter oder schlechter Noten zu loben oder zu tadeln. Und dies oft allein deshalb, weil Ihr Euch möglicherweise gänzlich andere Fragen stellt und deshalb Eure eigenen Lösungswege sucht und braucht. Lasst nie zu, dass Euch all jene selbst ernannten Lehrer, nur weil sie sich diesen Titel anstudiert haben, falsche Werte vermitteln! Schenkt Ihnen aber stets Gehör, wenn sie über die Wahrheit der Dinge sprechen – über das Wesen des Seins. Und um zu erkennen, ob ein Euch dargebotenes Wissen einen wirklichen Wert besitzt, müsst Ihr lediglich Euren Sinnesempfindungen vertrauen. Und eben diese funktionieren bei Euch meistens noch weitaus besser und reagieren empfindlicher auf Unwahrheiten, als bei jenen Menschen, die euch etwas lehren wollen. Denn die Sinne von Erwachsenen wurden oft bereits mit jeder Menge unnützen Ballast vollgestopft, den viele (zu allem Unheil auch noch zwanghaft an andere weiterzugeben versuchen. Gleich eines Drogensüchtigen, der anderen Menschen die eigene Sucht als Allheilmittel anzupreisen versucht, um sie mit in den Abgrund zu treiben. Frei nach dem Motto: geteiltes Leid ist halbes Leid. Ihr müsst schnell filtern lernen, wollt Ihr nicht im Dickicht der vernebelnden Bildungsmanie versinken. Und Ihr müsst möglichst rasch begreifen, dass die meisten Lehrer höchst unbedarfte große Kinder sind, die eigentlich selbst einen Lehrer und Meister bräuchten, als dass sie Euch eine Welt zu erklären versuchen, in der sie sich selbst nicht zurechtfinden. Und ein Mensch, der sich in der Welt nicht zurechtfindet, dies ist ein denkbar unfähiger Lehrer. Einen solchen Lehrer erkennt Ihr vor allem daran, dass dieser Euch ein Wissen nicht richtig vermitteln kann. Und um von seinem eigenen Unvermögen abzulenken, versucht er Euch Schuld zuzuweisen. Wenn Ihr es mit einem solchen Lehrer zu tun bekommt, so wendet Euch ruhigen Gewissens von diesem Lehrer ab. Es ist seine Pflicht Euch gemäß Eurer einzigartigen Persönlichkeit zu unterrichten! Tut er dies nicht oder versagt er dabei, so hat er jeglichen Anspruch verwirkt - Euer Lehrer zu sein - und hat Euren Respekt als Lehrer nicht verdient. Doch, wenn Ihr Euch von einem solchen Lehrer abwendet, so tut dies bitte nicht still und leidend, Euch als Versager fühlend. Schleppt nicht über Jahre hinweg jene Defizite von unfähigen Lehrern mit Euch herum, bis diese irgendwann Eure eigenen Defizite werden, sondern stellt die Lehrer zur Rede, die ihr eigenes Unvermögen zu dem Eurigen machen wollen. Und wenn diese falschen Lehrer Euch dann nicht zuhören wollen, wovon auszugehen ist, so gibt es keinerlei Grund für Euch, diesen Menschen weiter zuzuhören; - ihnen weiter Eure kostbare Zeit zu schenken. Steht dann einfach auf und verlasst den Schulraum, da es dort, unter diesem Lehrer - für Euch - nichts zu lernen gibt! Es ist zuerst und vor allem der Lehrer, der sich Euren Respekt verdienen muss und niemals andersrum! Er ist der Stärkere von Euch; - er ist der, der die Macht und Verantwortung trägt! Lasst Euch von ihm führen, wenn er sich Euer würdig erweist. Doch tut er dies nicht, so verwehrt ihm jeglichen Zutritt zu Euch! Bildet Eure eigene Persönlichkeit heraus, noch ehe diese von den vielen verkrüppelten Lehrern, die es auf dieser Welt leider gibt, verunstaltet wird. Die Welt dürstet nicht nach ständig neuen dressierten Menschenaffen, die nach vorgegeben Themen, in einer vorgegebenen Zeit, z.B. sinnlose Diktate niederschreiben. Die Welt dürstet nicht nach Menschenaffen, die brav aufsagen können, wer wann geboren ist, ohne gleichzeitig das Seelenleid eben dieses Menschen auch nur im Ansatz erfasst zu haben. Die Welt braucht keine abgerichtete Kinderseelen, die allesamt dieselben geometrischen Formeln auswendig lernen, obgleich nur ein Bruchteil von diesen Kindern diesen Formelsalat fürs spätere Leben braucht. Die Welt braucht erwachsende Kinder, die ihrem ihnen innewohnendem existenziellen Wissen vertrauen, hingegen skeptisch gegenüber jenem Wissen sind, welches von außen an sie herangetragen wird. In der Schule beginnt nicht nur der viel zitierte Ernst des Lebens; - in der Schule lauert vielmehr die Ausrottung kindlicher Erkenntnisreife, die den meisten Erwachsenen nach der Schullaufbahn auf erschreckende Weise fehlt. Also Kinder, hütet Euch vor falscher Erkenntnis! A. Pahlke © Arne Pahlke, 2005 |
||||||||||||||
![]() |
||||||||||||||
|
ineke pahlke, 20, April 2012 - du hast recht...du solltest aber auch noch einen brief an die eltern schreiben und ihnen sagen,das auch sie sich auf ihre intuition verlassen sollen und den kindern den rücken stärken sollen!!! leider ist es in deutschland nicht möglich sich diesem zu entziehen, denn man steht alleine davor und keiner hilft...ich habe ein super buch gelesen,empfehle ich dir "und ich war nie in der schule" von andre stern |
||||||||||||||
![]() |
||||||||||||||
|
® sämtliche Textrechte liegen bei Arne Pahlke/Wortmutation |
||||||||||||||