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Lieber Aga Khan, Arne Pahlke 2006 Du, His Highness Prinz Aga Khan IV, bist das geistige Oberhaupt für annähernd 20 Millionen Ismailiten, bist der direkte Nachfolger des Propheten Mohammed und somit für viele Deiner Lands- und Glaubensleute eine Lichtgestalt. Du stehst für den Versuch der Aussöhnung des islamischen Kulturkreises mit dem Westen und Du förderst die Entwicklungspolitik in Zentral- und Mittelasien, Ostafrika und dem Mittlerem Osten. Und ein von Dir „betreutes“ Hilfsnetzwerk war es, das mit annähernd 100 Millionen Dollar einen nicht unerheblichen Beitrag zum Wiederaufbau Afghanistans geleistet hat. Dennoch werde ich Dir keinen Dankesbrief kredenzen, z.B. in Namen all jener, denen Du mit Deinem Geld geholfen hast. Denn in meinen Augen bist Du kein Wohltäter – auch wenn Du regelmäßig Notenblätter für humanitäre Zwecke hergibst. Wessen Geld ist es denn, mit dem Du gönnerisch und öffentlichkeitswirksam balsamische Taten vollbringst, lieber Aga Khan? Deine von Dir geblendeten Anhänger müssen statutarisch bis zu einem Achtel ihres Einkommens als Barzahlung in Gebetshäusern abgeben, ohne dafür eine Quittung zu erhalten. Warum wohl nicht? Und von dort aus wandert ihr Geld direkt auf eines Deiner vielen Konten – allem voran auf ein Schweizer Kapitalsammelbuch. Im Gegensatz zu Dir haben die meisten Deiner Anhänger hart für ihr Geld gearbeitet. Und ich denke, keiner von ihnen führt ein derart dekadentes Luxusleben, wie Du es führst. Keiner Deiner Glaubensanhänger verfügt nämlich über ein Privatvermögen, welches auch nur annähernd an das Deinige heranreicht. Nebenbei erwähnt: Dein im Namen des Glaubens ( Ich finde es immer wieder erstaunlich und gleichzeitig schrecklich ernüchternd, dass Menschen sich derart naiv in blinder Glaubenswütigkeit verstricken können, dass sie z.B. einem „Geburtszufalls-Mohammed“ eine niemals versiegende Einnahmequelle zukommen lassen. Eben so, wie sie einem selbstsüchtigen Mann, wie Du es einer bist, Jahr für Jahr hunderte Millionen Dollar in den gierigen Rachen schmeißen. Es ist schier unglaublich, dass eine Masse Mensch, einen Mann in Gold aufwiegt, der ein Großteil des ihm anvertrauten Geldes allein für seinen persönlichen Größenwahn und sein krankhaftes Geltungsbedürfnis ausgibt. Ja, ich nenne es Größenwahn und krankhaftes Geltungsbedürfnis, wenn ein Mann, der der direkte Nachfolger des Propheten Mohammed ist ( also nichts weiter als ein Geburtszufallsmonarch) sich unzählige Rennpferde, mehrere Privatflugzeuge, sündhaft teure Jachten und Hubschrauber kauft und dabei gleichzeitig hier und da ein wenig den großherzigen Spendenopa mimt, mit Geld, für das er niemals selbst den Finger gerührt hat. Selbst wenn Du, lieber Aga Khan, lediglich die Hälfte Deines Privatvermögens, über das du ja eigentlich nur als Treuhänder verfügen sollest, solide angelegt hast, so würde allein der Jahreszins bei weitem jene Summe übersteigen, die Du jährlich so großgönnerisch in die Welt streust. Du spendest also nichts, sondern du verteilst bestenfalls Almosen – und zwar noch nicht einmal deine Eigenen!
Diese Welt braucht keine Gönner von deiner Sorte, lieber His Highness Prinz Aga Khan IV. Diese Welt braucht keine Spendensammler, die sich einen Großteil der Spenden selbst unter den Nagel reißt, um sich etwa regelmäßig junge Frauen einfliegen zu lassen. Diese Welt trägt bereits ausreichend geldgierige Lumpen, sodass man keine weiteren Geldgeier künstlich aufbauen muss. Aber scheinbar gibt viele schlafwandlerische Menschen auf dieser Welt, die z.B. im Namen des Glaubens Dinge tun, die man schlichtweg als dumm bezeichnen kann; bezeichnen muss! Osho, ein Mann, der im Gegensatz zu Dir den Titel Prophet verdient hat, hatte Recht damit, als er wiederholt davon sprach, dass in keinem anderen Namen so viel Dummheit gesprochen wurde, als im Namen des Glaubens. Übrigens, mein lieber Aga Khan; - ein Prophet ist Empfänger einer göttlichen Offenbarung. Wer aber eine göttliche Offenbarung allein daran festmachen will, dass er der Nachgeborene eines Propheten ist, der verhält sich wie ein törichter und kindischer Narr, wie uns Dein Beispiel eindringlich aufzeigt. Wenn Du denn wenigstens eine wahrhaft philanthropische Erziehung genossen hättest; - eine, die sichtbare Früchte getragen hat, wie etwa der Dalai Lama, der ja auch nur ein Geburtszufallprophet ist, dann hätte aus Dir zumindest ein herzensguter Mensch mit weisen Ansichten erwachsen können. Aber so bist Du - zumindest in meinen Augen -, nichts weiter als ein überaus missratener Nachgeborener. Leb wohl! |
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