Liebesfalle

Arne Pahlke,  Februar 1998

 

Ich bin einfach nicht zu lieben.

Sagst du mir:  Liebe. 

Dann sag’ ich: Lieber nicht.

Die Liebe mag mich nicht.

Wohl, weil ich ihr misstraue?

Um mich herum lieben sich alle zu schnell.

Einfach viel zu schnell, um begreifen zu können,

was denn nun wohl die Liebe ist.

Und wenn das die Liebe sein sollte, die ich da überall sehe,

dann bin ich eben einfach nicht zu lieben.

Dann könnt ihr mich zwar gelegentlich gern haben,

aber mehr auch nicht.

Nein, die Liebe mag mich nicht!

 

Ich meine, ich mag sie schon; aber doch nicht so.

Liebe hier, Liebe da -  da kann doch etwas nicht stimmen?

 

Foto by Robert Lawton

 

Jeder liebt jeden; jedes mal aufs Neue; jedes mal ganz, ganz groß?

Ja, wo sind wir denn bloß?

Die Liebe wird sich überall wie ein Kondom übergezogen.

Man beginnt in kranker Leidenschaft zu lügen,

um dem plakativen Bildnis der Liebe zu genügen.

Wenn das also die Liebe ist, dann lieb’ ich mich doch lieber allein.

So mache ich wenigstens niemandem etwas vor

und rede nicht ständig von der großen und ewigen Liebe,

wenn es doch eigentlich nur ums Samenverschießen geht.

 

Und der Frust, der gehört anscheinend bei der Liebe immer dazu:

„Keine Liebe ohne Leiden… “,  „Es hat mich erwischt… “

„Ich bin ihr verfallen… “, „Ich komme von ihm nicht los …“

 

Na, wo sind wir denn bloß?

 

Nein, ich bin einfach nicht zu lieben.

Und ich nenne mich ruhigen Gewissens lieblos.

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