Der linksextreme Pflasterstein

Arne Pahlke, August 2010

 

Ein Pflasterstein, linksextrem;

wuchs in Berlin auf, ganz mondän.

Als ein Vorzeigestein der Bauindustrie

in einem Zentrum für Astronomie.

Er galt zunächst als unauffällig und systemunkritisch,

als belastbar und unpolitisch.

 

Doch als eines Tages, Anfang März,

eine junge Frau, in einem teuren Nerz,

mit High-Heels auf ihn einstach

und ein Redeschwall aus ihr erbrach;

über faules Arbeiterpack und Asylanten,

verwandelte er sich in einen linken Adjutanten.

 

 

Zwei Monate wartet er auf einen günstigen Moment,

in dem er sich als Stolperfalle aus seinem Sandbett stemmt

und einen Punk sich wählt zum Komplizen.

Berechnend ließ er diesen stürzen.

Und dann, quasi in einem linksextremen Credo,

von diesem mitnehmen auf eine Demo.

 

Es führte sie zu den Mai-Krawallen in Kreuzberg,

wo dann der Punk, ermutigt von Unmengen an Underberg,

einen Polizisten den Stein an den Schädel warf,

woraufhin dieser noch vor Ort verstarb.

Und der linksextreme Pflasterstein endete (trotz Gejammer),

in einer Asservatenkammer.

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Konkalit, 27, August 2010

Sehr interessante und lustig-tragische Geschichte eines Gegenstandes. Daraus könnte man ne Serie machen mit allen Möglichen Gegenständen wie zu dem wofür sie geschaffen werden benutzt werden oder eben auch zweckentfremdet werden (Sexspielzeuge in etwa, Mordutensilien) und ihre Sichtweise dazu.

Wortmutation: Bring mich nicht auf dumme Ideen!

 

® sämtliche Textrechte liegen bei Arne Pahlke/Wortmutation