Lüg mich nicht an

Arne Pahlke, 1992

 

Scheinheilige Welten türmst du mir auf.

Schickst mich in ihnen Zelten

und pflanzt Berge hinauf.

 

Deine ausgekotzte Liebessäuselei,

dein dämliches Blendaxgrinsen,

deine Gefühlsschauspielerei

hinter deinen deckenden Nebellinsen.

 

Muss angewidert dabei stehen,

wie du wieder und wieder falsch spielst.

Dabei will ich nicht länger hinsehen,

wie du an mir vorbei schielst;

Foto by shooting_brooklyn

rettend hin zum nächsten Ausgang

und verlogen unsere Zeit vertreibst.

Weist mich wild küssend vor einen Abhang,

an dem du mich dann noch einmal schnell einverleibst.

 

Ich werde zuckersüß übergangen

und lecke vom Boden den klebrigen Rest.

Ich ernte von deinem Verlangen,

nur das, was du mir zum Überleben übrig lässt.

schreibe einen Kommentar..
Dein Kommentar zum Text abgeben

leider noch kein Kommentar vorhanden. Sei der Erste, der einen Kommentar schreibt!

® sämtliche Textrechte liegen bei Arne Pahlke/Wortmutation