Magersüchtiges Brustimplantat

Arne Pahlke, April 2010

 

Ein Brustimplantat aus Silikon

erkrankte einst an Magersucht.

Es empfand seine Körbchen-Doppel-D-Portion,

als eine aufgeblähte Hülsenfrucht.

Drum setze es sich auf Nulldiät

und verbat sich jede Kalorie.

Es fühlte sich als Obszönität,

als unansehnliche Anomalie.

Doch keine Diät half abzunehmen;

es blieb ganz fett und drall.

Und dies war so nicht hinzunehmen:

„Nein, auf gar kein Fall!“,

sprach das deprimierte Implantat

und wählte für sich den Suizid.

Dafür vollführte es eine Art Spagat,

bei dem es sich zerrieb;

bis es komplett auslief

und dabei (mehr oder weniger) friedlich einschlief.

 

Foto bei  L i n d e n b e r g e r s

 

Und seine Wirtin trieb es noch am selben Tag

zu einem dieser Verschönerungschirurgen.

Und dort nun unterzeichnete sie einen Aufrüstungsvertrag

über neue Doppel-E-Melonen.

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