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Manchmal mitten in der Nacht Arne Pahlke, März 2009
Ich weiß nicht genau, wohin mein Rest Leben mich noch trägt. Ich weiß nicht einmal, was da noch so alles in mir sägt. Ich bin nicht sonderlich schlau; - ich reime mir nur viel zurecht. Ich weiß von allem hier mehr schlecht als recht bescheid. Und ich habe eine sehr schlechte Bildung. Bin ein Autodidakt. Ich hab’ mein Leben verkackt; … aber sonst bin ich ganz ok. Ich hab so vieles probiert. Ich war couragiert und oft deplaciert und extrovertiert. Mitunter auch kleinkariert und affektiert. Oh ja, ich hab so vieles riskiert; so verdammt viel hab ich riskiert.
Ich schaue manchmal mitten in der Nacht raus, aus dem Fenster hin zum Wald, in dem ich als Junge spielte und in dem ich mich so oft und glücklich neu erfand. Ich fiel so tief und sehne mich zurück in mein längst verwaistes Kinderland.
Die Welt um mich herum, sie wurde alt und schal. Mein Wesen fragil, meine Träume so banal. Ich starb dort Draußen irgendwo auf den Wiesen; starb dort Draußen irgendwo als Kind im Wald.
Doch halt!
Wenn ein Windzug vom Wald her zu mir ans Fenster weht, dann spüre ich es ganz deutlich. Irgendetwas hat dort Draußen von mir überlebt. Etwas von mir hat die Zeit überlebt.
Es gibt so vieles in meinem Leben zu tun. Doch was wir tun, dass ist oftmals nicht das, was unser Leben ausmacht. Und dies ist es oft allein deshalb nicht, weil es uns niemals glücklich macht.
So verdammt einfach ist das!
Doch da die allerwenigsten von uns nach diesem Grundsatz leben, eben darum ist diese Welt und der Mensch auf ihr so krank. Ja, niemand… aber auch wirklich niemand ist gesund!
Oder kennst du jemanden, den du für gesund hältst? Dann führe ihn zu mir. Lass mich zwölf Stunden mit ihm allein; zwölf Stunden mit mir im Kreuzverhör … … und ich schwöre dir …ich schwöre dir … … niemand ist gesund! In jedem finde ich diesen Keim …diesen kranken Keim. Niemand …aber auch wirklich niemand ist gesund! |
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Konkalit, 23 August 2010 - Wie immer, wahre Worte. Vielleicht muss man ja einfach eben "behindert" oder "geistig zurückgeblieben" sein und das soll keine Beleidigung sein,um sich all diesen Zwängen und Pflichten entsagen zu können, das ganze Streben nach mehr Geld, mehr Macht, mehr Konsum, all das fällt von einem ab und an ist sein ganzes Leben lang glücklich und sorgenlos , gefangen in seiner eigenen kleinen Welt und doch in der Phantasie weitaus freier und lebendiger. Du schriebst mal von deinem Bruder wie dieser eben aufgrund seines Down-Syndroms soviel Licht und Glanz und Sorgenlosigkeit mit sich bringt ohne etwas von der Gefühlskälte und Krankhaften Egomanie der "gesunden" Leute zu besitzen. |
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® sämtliche Textrechte liegen bei Arne Pahlke/Wortmutation |
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