Masochismus (Masochist)

Unter Masochismus versteht man die Lust, durch Erleiden von physischen (z.B. durch Demütigungen) und psychischen Schmerz (z.B. Schläge) sexuelle Befriedigung zu erfahren.

Die meisten Masochisten haben neben ihrer masochistischen auch eine (zumindest leicht) devote Ader. Sie wollen geschlagen UND gedemütigt werden; erfahren entweder durch körperliche oder seelische Leidzufügung ihre sexuelle Befriedigung.

Die sexuellen Phantasien von Masochisten beinhalten nicht selten auch  Besudelungshandlungen. Zudem ersehnt sich ein Masochist oft das Gefühl des Ausgeliefertseins; erträumt sich mitunter sogar die teilweise “Ausradierung der eigenen Persönlichkeit”, die (vorübergehnde) Selbstaufgabe seines Ichs.

Masochismus ist mitunter auch von einem Gefühl der Destruktivität begleitet; es besteht eine Form der Feindseligkeit gegenüber sich selbst.

Doch Masochist ist nicht gleich Masochist, ebenso wie Sadist nicht gleich Sadist ist. Oder anders ausgedrückt: beide Neigungen können sich in ihrem Ausleben dermaßen stark voneinander unterscheiden, sodass man sie unmöglich in einen Topf werfen kann.

 

Foto-Rechteinhaber: Arne Pahlke
Ein Top prüft einen Rohrstock auf dessen Biegsamkeit

 

Wie auch bei der Ausbildung homosexueller Neigungen gehen einige Wissenschaftler davon aus, dass niemand mit einer masochistischen Anlage geboren wird, sondern das die Prägung, die zu einem solchen Verhalten führt, fast ausnahmslos in der Kindheit und Jugend (Pubertät) stattfindet.

Hier ein Beispiel: Ein Junge, der von seinem Vater wiederholt geschlagen wird, sehnt sich oftmals umso stärker danach, von ihm geliebt zu werden. Bleibt ihm diese Liebe aber verwehrt, so kann der Junge versucht sein, die Schläge seines Vaters als einen Akt der Zuneigung zu deuten. Dies ist zweifelsohne eine stark vereinfachte Erklärung für einen höchst komplexen psychologischen Vorgang. Zudem muss es nicht immer körperliche Gewalt sein, die zu einer masochistischen Veranlagung führt.

Die American Psychiatric Association (die wichtigste Vereinigung von Psychiatern in den USA und gleichzeitig die weltweit einflussreichste Vereinigung des Fachgebiets) hat umfangreiche Diagnosekriterien veröffentlicht, nach denen Sadomasochismus eindeutig nicht mehr als Störung der Sexualpräferenz angesehen wird.  Auch die WHO stuft den Sadomasochismus heute nicht mehr als krankhaft ein. Diese Einstufung ist eigentlich nur noch dann gerechtfertigt, wenn ein Masochist z.B. unter einem starken inneren Leidensdruck steht und/oder er durch masochistische Praktiken letztlich  keine wirkliche sexuelle Befriedigung erlangen kann oder er seine masochistische Neigung  ablehnt.

ausführlichere Infos dazu unter: Sadomasochismus

 

siehe auch unter: Sadist (Sadismus), Sadomasochismus (SM), Masochismus, Abbinden (Penis/Hodensack), BDSM, Bondage (Fesseln & Fesselspiele), Branding(s), Drill, Flag (Flagellation), Fisting  (Handballing), Freud, Sigmund, Hoerigkeit, Demut, Gerte, Peitsche, Rute, Paddel usw., Gewichte (beim SM-Sex), Gummi (Latex), Handschellen, Hanky-Codes  (Farbcodes), Kaefige & Zellen (SM-Mobilar), Kink-Sex, Keuschheitsguertel – Keuschheitshose, Kastration & Kastrationsphantasien, Meister, Sir, Herr  (Anredeformen), Katheter-Spiele (Blasenkatheter), Knebel (SM-Utensil),Klammern  (SM-Utensil), Kitzeln & Kitzelspiele, Masken (BDSM-Utensil), MSC, Meister-Sklave-Beziehung, Nadeln & Nadelspiele, Natursektspiele,Besudelung & Besudelungsphantasien, Opfer-Mentalitaet, Paschas (sexuelle), Playrooms (für BDSM), Scat – (Kaviar) Scatspiele, Schlammspiele (Mud-Games), Reizstrom  (Elektrostimulation), Tabubrueche (sexuelle), Todestrieb, Top, Bottom, Verantwortungsbewusstsein (beim Sex), Uniformen („schwule“), Verbalerotik & Verbalerniedrigung, Ventilfunktion, Rollenspiele  (beim Sex), Sklave (Sex-Sklave), Sklavenphantasien (unrealistische)

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