Meine Einsamkeit ist hausgemacht

Arne Pahlke, November 2006

 

Meine Einsamkeit ist hausgemacht.

Sie klebt an mir wie ein Inkassoinstitut.

Ich schwatze mit meinen Wänden.

Sie schlucken fahrlässig meine Brandschatzwut.

Nichts wird jemals wieder so gut werden,

wie es für mich niemals jemals war!

Jahr um Jahr zieht an mir vorbei.

Ich bin schon ganz High vor lauter Trübsinn.

Nichts ist so schlimm, als jenes herzlose Wissen,

dass  nichts schlimmer sein kann,

als die eigene verpasste Gegenwart.

Ich hasste mich bereits  in 12,6 Millionen Farben.

Und meinen Narben gebe ich lustige Kosenamen.

Das Selbsterbarmen habe ich mir abgewöhnt.

foto by Shabbir Siraj

Meine Einsamkeit ist hausgemacht.

Ich sitze zugedröhnt  vor dem Bildschirm.

Mein Gehirn verfolgt derweil fremde Ziele.

Und ich spiele - mal wieder und immerzu blinde Kuh,

wann immer etwas in mir in meine Zukunft blickt.

Ich bin eine verfickte Missgeburt mit Bleiberecht.

Mir wird regelmäßig schlecht, wenn ich nur daran denke,

dass ich bis zu meinem Tode hierbleiben darf.

In mir grast ein Schaf und das frisst, was immer man ihm gibt.

Ich habe mich fast nur noch im Dunkeln lieb.

 

Nein, meine Einsamkeit, die ist nicht schlimm,

wenn es dunkel ist und ich betrunken bin.

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