Melancholie der Engel

Produktionsland: Deutschland

Erscheinungsjahr: 2009

Altersfreigabe: FSK 18

Laufzeit: 165 Minuten

Genres(s): Horror, Exploitationfilm

Regie: Marian Doran

Besetzung:    u.a.  Zensa Raggi, Frank Oliver, Janette Weller, Bianca Schneider, Patrizia Johann, Pietro Martellanza

 ® Arne Pahlke, 2011

Der kontroverseste Film (siehe Filmcover) aller Zeiten? Ein ganz klares: NEIN!

Krampfhaft versucht Marian Dora seinem Exploitationfilm eine pseudohaft-intellektuelle und affektiert-vielschichtige Note  zu verleihen, was sich bereits mit der Wahl des Filmtitels eröffnet.  Und auch die schwermütige Stimme aus dem Off, versucht dem Zuschauer (mit ihren oft abgehobenen Botschaften) wiederholt eine Tiefe zu suggerieren, mit der diese (um mindestens 100 Minuten zu lang ausgefallene) Billig-Produktion einfach nicht aufwarten kann.

Während man am Anfang noch durchaus offen und bereit ist, in dem Gezeigten einen tieferen Sinn zu erhaschen; - oder zumindest einen Handlungsfaden, den es lohnt zu folgen,  wird einem nach spätestens 30-40 Minuten klar, dass dieser Film nichts weiter ist, als eine bedeutungsschwangere Fehlgeburt.

Die drittklassigen Schauspieler stolpern sich durch ihre oft unmitteilsamen Dialoge, in denen meist nur gequirlte Scheiße geredet wird. Aber vielleicht sollen solche Dialoge einen Film, der u.a. die Koprophilie und Exkrementophilie zum Inhalt hat, am Ende ja nur abrunden? Wer weiß, wer weiß ...

Ach herrje, was musste ich da in einer Kritik lesen: “Der Uli-Lommel-Schüler Dora breitet einen Teppich aus Perversion, Ekel und  Gewalt aus, um ihn zugleich mit magischen Bildern und eindringlicher Atmosphäre aufzufüllen...“

Ich weiß nicht, welchen Film der gute Mann gesehen hat, aber „Melancholie der Engel“ kann es unmöglich gewesen sein!

 

Nein, der alte Mann spielt mitnichten mit Puppen, sondern er geht einfach nur bedeutungsschwanger!

 

Wenn ein dermaßen hochgeschraubtes Drumherumgerede um ein paar Paraphile und (sexuell) Gestörte veranstaltet wird, die ihre von der Norm abweichenden  (sexuellen)  Phantasien ausleben, dann ist das schon harter Tobak. Aber wenn man diesem muffelnden filmischen Kothaufen dann noch so entsetzlich angestrengt und anstrengend mystisch-satanisch (und was weiß ich nicht noch alles) zu verpacken versucht, dann fängt die Sache wirklich so richtig  zu stinken an.

Und dazu diese vielen Ungereimtheiten. Allein schon, wie Melanie und die 16-jährige Bianca auf einem Volksfest die beiden „Pererslinge“ Brauth und Katze kennen lernen, ist total unglaubwürdig gelöst. Warum sollten zwei attraktive junge Frauen zu diesen dreimal so alten Männern ins Auto steigen, die wenig einladend aussehen und sich dazu noch völlig befremdlich verhalten?

Was auf dem abgelegenen Gehöft dann zu sehen ist, ist gehaltlos und langweilig, versucht schockierend und in der Summe peinlich. Der alternde Todeskünstler Heinrich, die gehbehinderte Clarissa und die Fäkalienfetischistin Anja sowie Brauth und Katze, widern einem mit ihrer trivialen Orgie aus belanglosem wie geistig armen Ekel- Folter und Tötungsexzessen rasch einfach nur noch an.

Und bei dem Abspann, der wohl der finale Schocker (Snuff-Andeutung ) sein sollte, konnte ich mir nur noch ein mitleidiges Grinsen abkneifen:

„Wir widmen diese künstlerische Aufarbeitung den – soweit bekannten – Opfern des Geschehens."

Ja, recht hat er, der “Gute”  –  ein Film voller Opfer!

    2 von 10 Punkten

 

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