Metamorphose

Arne Pahlke, August 2006

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Ich bin  die Puppe, die sich stets auf Neue,

heuchlerisch korrupt verpuppt.

Ich bin die Puppe, jene boshaft Scheue,

die verschwenderisch nach ihrer Mitte sucht.

Ich bin die Figur aus hauchdünnem Porzellan,

die tausendfach sich selbst zerschlagen.

Ich kann mich fast nie im Ganzen ertragen.

Zu groß die Last meines Zwitterwesen.

Es wiegt zu schwer für ein einziges Leben.

 

Ich muss mich teilen immerzu: Metamorphose!

Und ich bleibe dennoch eine Obdachlose;

eine ausdruckslose Puppe für mein Herz.

Es bleibt von mir selbst fruchtlos unberührt,

während meine Puppe euch tausendfach verführt.

 

 Fotograf_Clara-Diercks_pixelio.de

 

Ich habe mich für den Schein zerschlagen,

als ein Spielzeug mich dem Schein hingegeben.

Doch wo ist bei alledem

meine Atmung geblieben?

Ich tötete sie, fast nach Belieben,

jeden Tag aufs Neue.

 

Weißt du, worauf ich mich freue?

 

Auf die Metamorphose,

die mir eine höhere Kraft

aus meinen Händen nimmt,

denn ich bin ein gar

stümperhaftes Püppchenkind.

 

Ich war niemals Mann!

Aber ich werde auch niemals Frau!

Ich bin nur ein bizarrer Pfau,

der sich selbst durchschaut hat

und nun kein farbenfrohes Rad

mehr schlagen mag.

 

Wann kommt endlich der Tag

meiner Metamorphose?

 

Duftet der Tod nach einer zarten Alpenrose,

oder wie ein Rehkitz,

welches elternlos im Tannenwald?

Ich wäre jetzt gerne eine Frau;

wäre gerne auf der Stelle uralt.

 

Dann dürfte ich sagen: „Es ist vollbracht!“

Gute Nacht, du glanzvolle Welt!

Hier, nimm meine Puppentracht!

Dann zieht es mich heimwärts

zu meinem Vater.

Danke schön, es war ein lehrreiches Theater.

 

Metamorphose,

mein Leben gleicht einer Zwangsneurose,

dem Hangeln zwischen ungleichen Stühlen,

mit mir als gefallenen Virtuose.

Ich falle zwischen alle Geschlechter,

falle zwischen alle Prinzipien.

Natur, sag muss ich vor dir –

oder du vor mir – niederknien?

 

Ich finde nicht mehr zurück zu mir;

bin gleichzeitig Beutetier und Harpunier.

Bin eine Missgeburt,

die bisweilen glänzt wie ein Rohdiamant.

Doch nirgendwo erspähe ich die Hand,

die den Diamant in seiner Ganzheit

tragen kann…

und dies geht mir schon so….

von Kindesbeinen an.

 

Ich bin ein Zwitterwesen!

Ich will genesen!

 

Drum bitte ich dich, lass mich ein Rehkitz sein,

welches ohne Eltern, ganz verloren und allein

im tiefen Tannenwald dem Tod entgegenhallt.

 

Metamorphose – mir ist so schaurig kalt,

und ich habe die leise Ahnung,

wo die von mir ersehnte Wärme gedeiht…

 

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pogmai, 11 August 2010 Du hast aber nicht schon wieder an den Drogen genascht Arne, ansonsten ist das Werk aber mehr als gut, alles Liebe, Du weißt sallyganelli

pogmai, 11 August 2010 Weißt Du, wie konntest Du nur jemals wagen sowas zu veröffentlichen, das geht durch Mark und Bein, bin kurz vor dem Heulen... Weil ich Dichā ein bisschen kennen lernen durfte und wir uns kreuzten, verstehe ich eine Menge von Deiner Botschaft - lass' es Dir bitte gut gehen, in Liebe,Eva PS: Du bist ein aufregender Pfau und Du wirst es immer bleiben, vielleicht zu schön in Deiner Pracht und hast zu wenig dem Drang äußerlicher Metamorphose entgegen gesetzt... Aber dieses Werk perfekt!!!

miss.vermerkwuerderlich, 4 Juni 2011 - warum kann ich das nur verstehen. ..........

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