Mikrokosmos

Arne Pahlke, Oktober 1998

 

Ein Junge, klein, mit Denkerstirn,

in seiner Hand kreucht Erdgewürm.

Er ballt die Faust, aus Wurm wird Brei,

presst alles Leben so entzwei.

 

Er nimmt sich Stein und schlägt mit Wucht

zerstörerisch sich eine Bucht.

Und wirft hinein das Kriechgetier,

darauf den Stein dann wie zur Zier.

 

Das Grab liegt kalt, sein Strahl peitscht warm,

und Dünger sickert aus dem Darm,

läuft zäh wie Lava, und ein gelber Fluss

steigt hinab bis in die Gruft.

Mikrokosmos

Ein Mann, ganz alt, mit Denkerstirn,

in seiner Hand steckt ein Gewürm.

Er ballt die Faust, sie ist wie Brei,

in seinem Innern schweigt ein Schrei.

 

Im Kopf ein Stein, der schlägt mit Wucht,

zerstörerisch sich eine Bucht,

und füllt sie auf mit Kriechgetier,

sein Körper dient nunmehr als Zier.

 

Sein Bett ist kalt, der Schmerz ist warm,

und Dünger sickert aus dem Darm,

läuft zäh wie Lava, und ein gelber Fluss

flutet hämisch ihm seine Gruft.

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