Möglichkeiten

 

Ich schneide mir ein Loch in meine Wange,

mit einem Wattebausch aus Zimt.

Ich stecke gebrannte Mandeln in die Öffnung.

Und auch Liebesäpfel, groß wie Planeten.

Dann lass ich mich in die Unendlichkeit fallen,

 - wegen der möglichen Schmerzen.

Und dort dann erfinde ich  mir weinende Tretminen aus Löschpapier,

die auch fliegen können, wenn man sie richtig faltet.

 

Bild by Toni All

 

Ich pflanze mir neue Wangen aus Mandelbaumblättern

und kehre zurück in einem Raumschiff,

das so groß ist wie das Herz eines Flohs.

In dem ich über mich hinauswachsen kann,

bis dass ich den Boden unter meinen Füßen nicht mehr spüre

und den Merkur mit meinem bloßen Fingern wegstupsen kann.

Bis er zerplatzt und das Universum vor lauter Schreck

einen Schluckauf bekommt und sich die Luft anhält.

Bis dass alle Planeten blau anlaufen und vom Himmel fallen.

Dann male ich mir Füße und suche ich mir einen Fluchtweg.

Ich gleite durch die Harnröhre des Universums

hinaus ins Nichts.

Unterwegs trinke ich schnell noch die Milchstraße.

Derart gestärkt begebe mich zurück

in die Realität des Alltags.  © Arne Pahlke, März 1998

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