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“Moon” startet trotz seiner kurzen Laufzeit sehr gemächlich, so dass ich mich nach etwa einer Viertelstunde leise gefragt habe, wann der Film denn nun endlich richtig loslegen würde;- überhaupt nicht wissend, womit er denn nun eigentlich loslegen soll. Dazu sollte der Leser dieser Rezension wissen, dass ich vorher lediglich zwei bis drei Sätze über diesen Film gelesen habe und mir Filmtrailer prinzipiell nicht anschaue. Wie bei den meisten Filmen, die ich meiner cineastischen Konsumierungsmatrix bereits zugeführt habe, wusste ich somit auch bei “Moon” nicht im Geringsten, was mich erwartete. “Moon” erzählt die Geschichte des Raumfahrers Sam Bell, der für den weltweit größten Produzenten für Fusionsenergie arbeitet, die auf der abgelegen Seite des Mondes nutzbar gemacht wird. Bereits seit 3 Jahren arbeitet Sam allein auf einer kleinen Station auf dem Mond. An seiner Seite nur der hochentwickelte sprechende Computer GERTY (R2D2 lässt grüßen!), der für die Sicherheit der Station, - vor allem aber für die von Sam Bell verantwortlich ist. Originell finde ich die Idee, dem Computer mit einem kleinen Display auszustatten, welches einen Smiley zeigt, der wiederum die Gemütsverfassung des Computers widerspiegelt. In Verbindung mit seiner sonoren und beruhigenden Stimme bringt der Computer so noch ein paar mehr menschliche Züge in dieses kammerspielartige Einpersonenstück. Kammerspielartiges Einpersonenstück? Nun, ein Kammerspiel ist ein Schauspiel im intimen Rahmen, meist mit wenigen oder aber nur einem Schauspieler und spärlichen Dekorationsaufwand. Während Letztgenanntes, also die Kulisse (also die Mondstation), durchaus ansprechend (und dabei nicht allzu spartanisch) daherkommt, trifft die Sache mit den intimen Rahmen und den wenigen Darstellern zu. Und auf der Station (sowie in ihrer unmittelbaren Umgebung), wo immerhin geschätzte 98 Prozent des Filmes spielen, gibt es eben nur diesen einen Sam Bell. Ach, und dann noch Sam Bell und Sam Bell halt.
Gerty ist traurig
„Moon“ hat mich von Minute zu Minute mehr für sich eingenommen. Action und aufwendige CGI-Effekte sucht man hier allerdings vergebens. Es ist ruhiger Film der vielen Worte, der seine Spannung aus (s)einer heimtückischen Entwicklung zieht. Ich will es mal so sagen: Uns Menschen wurde schon oft saubere Energie versprochen - und am Ende gab es dann doch immer irgendeinen Haken. Und der Haken bei der sauberen Energie von Lunar Industries fordert eben auch ein paar „Bauernopfer“. Da mich “Moon” mit fortschreitender Laufdauer und der Entwicklung, die er dabei nimmt, immer mehr zu fesseln vermochte, stellte ich mich bereits (verhalten hoffnungsfroh) auf ein tolles (ja, vielleicht sogar grandioses) Finale ein, welches aber leider ausblieb. Und die allerletzte Einstellung ist für mein Gefühl sogar nicht nur viel zu kurz geraten, sie ist geradezu abgehackt und überdies ziemlich uninspiriert. Es wäre einfach (viel) mehr drin gewesen für das kleine große Finale nach dem eigentlichen “Showdown”. Doch auch ohne diesen letzten Kick ist „Moon“ eine 96-minütige Reise auf die abgelegene Seite des Mondes allemal wert. Wenn Sie es also noch nicht getan haben sollten, so besuchen Sie möglichst bald Sam Bell und “seine” GERTY.
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