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Soweit ich mich erinnern kann, habe ich diesen Low-Budget-Film erstmals im Jahre 1982 als 15jähriger Spross gesehen. Und zwar als schlechte Raubkopie auf einer VHS-Kassette. Für alle Nachgeborenen: Wir konnten uns damals noch keine Filme illegal via Internet ziehen, da es weder Internet, Brenner noch CD’s und dergleichen mehr gab. Jawohl, damals liefen die Dinge noch ziemlich real (sprich: in der realen Welt) ab. Wir trafen uns z.B. mit ein paar Tüten Chips, Cola und Bier zum fröhlichen gemeinschaftlichen Raubkopier-Sit-in. Und zwar meistens bei mir, weil meine Mutter diesbezüglich sehr locker drauf war. Zu diesen Schwerkriminellen-Treffen brachte dann jeder seinen Videorecorder mit. Und aus den ganzen Geräten legten wir eine kleine „Kopierstraße“. Und ebendies war jedesmal mit viel Kabelwirrwarr, zig Einstellungsversuchen und sehr viel Flucherei verbunden. In der Regel legten wir bei solchen Treffen unser Geld zusammen und irgendjemand von uns besorgte dann Filme aus der Videothek. Und da wir in diesem Alter fast ausnahmslos Filme sehen wollten, die erst ab 18 Jahren freigegeben waren, musste dieser irgendjemand volljährig sein, um an den von uns favorisierten „Stoff“ zu gelangen. Liebe Nachgeborenen, all dies mag vielleicht total anstrengend und sehr kompliziert klingen. Aber glaubt mir bitte: all dies war so viel geiler als es heute ist! Wenn wir kein Geld hatten, kopierten wir auch Filme, die bereits mehrfach kopiert waren. Wir nahmen es dann als gegeben hin, das z.B. fette Streifen durch die Filme zogen, das Bild zitterte, der Ton klang, als käme er direkt aus dem Klo und die Kontrastwerte mitunter fast schon psychedelische Blau- und Rottöne lieferten. Nun ja, was ich mit alledem eigentlich vorausschicken wollte, ist, dass in eben diese Zeit der Film „Muttertag“ fiel. Und “Muttertag” war wohl einer von circa einhundert FSK-18-Horrorfilmen, die ich mir vor Vollendung meines 18. Lebensjahrs auf illegale Weise besorgt und reingepfiffen habe. Würde ich meine damaligen Bewertungskriterien sprechen lassen, kämen am Ende 10 Punkte für diesen Film heraus. Als ich nämlich noch ein kleines pubertäres Pickelgesicht war, konnten die Filme für mich gar nicht blutrünstig genug sein. Ob sie dabei gleichzeitig stupid, gewaltverherrlichend oder im Endeffekt gar einfach nur völlig behämmert waren, ebendies empfand ich damals als eher nebensächlich bis komplett egal. Für damalige Verhältnisse war “Muttertag” ein echter Horrorschocker. Und wir Jungs waren absolut geil auf solche Filme, wobei das Unerlaubte natürlich eine nicht ganz unerhebliche Rolle spielte. Schließlich sahen wir Filme, die wir eigentlich nicht sehen durften. Und ebendies machte sie in unseren Augen um ein Vielfaches interessanter. Als Teenager konnte man in den 80er Jahren vor seinen Freunden übrigens noch ein bisschen einen auf dicke Hose machen, in denen man etwa ganz gelangweilt und beiläufig Dinge murmelte wie: „Ach, falls es dich interessiert, ich hätte „Muttertag“ in der ungekürzten indizierten Fassung.“ Und dann wusste man, dass der Kumpel sofort Schaum vorm Mund hatte und man ihn dann ruhig etwas zappeln und betteln lassen konnte, ehe man ihm den Film stolz vorführte. Doch versuche so etwas heute zu tun, wo sich bereits 10jährige jeden nur erdenklichen Film aus dem Netz ziehen können. Worum geht es bei Muttertag? Nun, Muttertag ist ein ziemlich schwachsinniger frauenfeindlicher und gewaltverherrlichender kleiner dreckiger Film. Und die dürftige Handlung ist in wenigen Sätzen erzählt: Vier ehemalige Schulkameraden treffen sich jedes Jahr zu einem Camping-Wochenende. Und dabei werden die beiden Frauen des Vierergespanns von zwei absolut minderbemittelten Psychos verschleppt, die ihrer wahnsinnigen Mutter jedes Jahr zum Muttertag zumindest eine Pussy anschleppen, um diese dann u.a. vor ihren Augen zu vergewaltigen. Jepp, das klingt nicht nur nach asozialen Familienverhältnissen – das sind definitiv asoziale Familienverhältnisse! Was ich als Teenie noch ziemlich cool fand, nervt mich heute schon etwas. Gemeint sind z.B. die unglaublich flachgeistigen Dialoge – insbesondere des schwachinnigen Brüderpaars. Diese werden im Film quasi als Primaten mit Pinselohräffchen-IQ dargestellt, die nur vergewaltigen, saudämlich lachen und morden können, wobei sie selbst dazu irgendwie zu blöd sind. Und so rennen sie wie Siggi Doof und Hermann Blöd im Blutrausch durch diesen Horrorschocker. Dieser Film ist wirklich ziemlich platt. Und ja, er ist wahrscheinlich sogar einem kranken Gehirn entsprungen. Und doch oder gerade deswegen bereitet er durchaus hier und da Spaß. Wohl auch deshalb, weil er niedere Instinkte bedient. So werden Frauen zunächst zu reinen Vergewaltigungsobjekten reduziert, um später als Rächerinnen in eigner Sache aufzutreten, wobei sie dann weitaus brutaler vorgehen, als man sich zuvor an ihnen vergangen hat. Und dies dürfen sie auch genauso tun, denn dieser Film hat keine Moral – ist sozusagen ein trashiger Anti-Moral-Splatter der frühen 80er. Also, ich muss gestehen, dass ich schon immer Filme mochte, in denen Frauen besonders schlecht behandelt werden. Deshalb war ich am Ende des Films auch etwas enttäuscht – weil das Böse gewinnt. Ja, leider töteten die fiesen Pussys die psychisch kranken Brüder. Und damit nicht genug, töten sie am Ende sogar noch die arme alte kranke (fast) unschuldige Mutter der beiden Psychopathen. Aber wie ich eben bereits sagte – dieser Film hat einfach keine Moral. Aus heutiger Sicht kann ich mich nicht dazu überwinden, für diesen Film mehr zu vergeben als …
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T.v.G. 31. August 2009 -übrigens Muttertag läuft 90 Minuten und nicht 77. Wortmutation: Richtig! Gut aufgepasst. Ich habe versehentlich die Laufzeit der geschnittenen Fassung angegeben, die um satte 13 Minuten kürzer ausfällt und den Film völlig unbrauchbar macht. Hier der Schnittbericht: http://www.schnittberichte.com/schnittbericht.php?ID=1387
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