Muttis Liebling

Arne Pahlke, 1990

 

Ich liebe den Geruch vom Tod;

liebe das Elend, liebe die Not.

Ich ergötze mich an jedem Krieg,

der auf dieser Welt geschieht.

 

Bin ein Freund der Hungersnöte.

Ejakuliere, wenn ich Fliegen töte.

Ich träume von mächtigen Katastrophen,

mit unzähligen Verwundeten und noch mehr Toten.

 

Allabendlich bei der Tagesschau,

schneid ich mir meine eigene Horrorshow.

So schaute ich mir die Metzeleien in Kurdistan

mit einem ekstatischen Entzücken an.

 

Mag auch die derben Fouls beim Sport,

oder die gewagten Live-Reports.

Denn meine ganzen Splattershocker,

die ertrag ich lang schon locker.

 

Darum wünsche ich mir Gewalt und Anarchie;

und selbstverständlich immer wieder Krieg!

Wo sie mit ihren geilen Hightechwaffen

die Feinde eiskalt fertig machen.

Muttis Liebling

Ob nun Golfkrieg oder Vietnam:

Ich sah mir alle  Schlachten an.

Und wenn die Flieger Bomben streuen,

dann kann ich mich so  richtig freuen.

 

Dabei Heavy Metal, laut und radikal.

Meine Nachbarn sind mir scheißegal.

Ich werde mir bald ne Kalaschnikow kaufen,

und dann ballere ich euch alle übern Haufen!

 

 

Anmerkung:

Dieses ist das Original der überarbeiteten Fassung:

Genialer vom Wahn getriebener Phantast

 

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