Nachruf an die Nachgeburt

Arne Pahlke, November 1995

 

Verpiss dich,

du Moet Chandon-Clown,

du scharlachroter Kindskopf,

du arg limitierte James Brown Imitation,

du geleerter Tropf einer Infusion.

Plakatiere deine geistlosen Einbahnstraßen.

Kopiere deine heuchlerisch trendigen Alltagsphrasen.

Du Wellblech-Weitsichtkaiser -

Rio Reiser

der Armen.

Hab’ Erbarmen

und begehr’ dein Lego-Ego.

Beschleunige deine Zwangsneurose auf Überholspur.

Fahr du nur!

Gute Stimmung, Heiterkeit.

Du bist nichts weiter als Schöpfungsbedingter Zeitvertreib.

Verwandelst dich all Saturday Night

in einen tauringetränkten Parasiten.

Lässt dich niemals mehrmals bitten.

Pulverst dir bei jeder Party eine Prise Selbstsicherheit ins Hirn.

Fühlst dich wie im siebten Himmel, du Affenarsch mit Zwirn.

Du gepuderter Pampaspascha,

du männliche Natascha.

Ziehst dir trés chic, per Kajal

diese „Nimmt-mich-anal-line“

übers Kasper-Augenpaar.

Im Vergleich zu dir wächst die Monade zur Gottheit.

Geh nur, du Torheit!

Nachruf an die Nachgeburt

Du volljährig verwichster Ableger,

du ausgeblichener Kongo-Jackson-Neger.

Du Ausgeburt der Crashkids,

der Clerasil-Pickelpisser-Generation,

du „Tagschicht-Brom“.

Du schreist „ICH KENNE DIE WELT!“,

du fabelhafter Abflussheld.

Du inhalierst doch nur die geistigen Abfälle,

alles Dünne, alle Schnelle.

Besorg’ dir bloß einen Organspenderausweis

und dann leg’ dich brav aufs Abstellgleis!

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