Nacht ohne Narben  (SONGTEXT)

Arne Pahlke, August 2010

 

Du stehst betrunken da

und siehst die Züge fahren.

Rufst die Göttin Fortuna

aus deinen frühen Jahren.

Du sehnst dir das Bunt zurück;

deine Zeit vor den großen Narben.

Denkst weinend an das Glück,

an deine Blütezeit voll Farben.

 

Deine Zeit, sie ist  noch nicht vorbei!

Steig‘ in einen der nächsten Züge!

In dir ist noch Raum für Schwärmerei;

nicht nur für leidendes Menschgefüge.

Fortuna erwartet dich schon

mit einer Nacht voll von Farben.

Brech‘  ihn auf dein‘ Schutzbeton

und vergiss mal deine Narben!

 

Los, kapp das Sicherungsseil

und lern‘  endlich wieder fliegen!

Heute Nacht lebst du das Gegenteil,

vom besiegt am Boden liegen.

Du bist doch aus Wundertau;

wie  konntest du das nur vergessen?

Deine Seele ein schöner Pfau.

Deine Liebe zu groß, sie zu messen.

 

Du gehst die Gleise entlang.

Du taumelst durch dein Leben.

Dein Dasein gleicht einem Abgesang

von Zeiten, die längst gewesen.

Deine Stimme leise und matt.

Dein Blick, der geht ins Leere.

Du findest kaum noch statt;

bist wie ‘ne führerlose Galeere.

 

Arne Pahlke (1972)

 

Ich sah dich kletternd in den Bäumen.

Ich sah in deine wachen Augen.

Ich sah dich in den Wiesen träumen;

spürte deinen festen Glauben.

Diesen Glauben an dein‘ eigenen Wert;

die Begeisterung für das Leben.

Ich weiß nicht, was hat dich so versehrt?

Was lässt dich nicht mehr lieben?

 

Deine Zeit, sie findet heute statt!

Was willst du auf den Abstellgleisen?

Denk doch mal nicht nur in grau-matt;

lass deine Hoffnung nicht verwaisen!

Das Leben erwartet dich schon

mit einer Nacht voll von Farben.

Brech‘  ihn auf, dein‘ Schutzbeton

und vergiss mal deine Narben.

 

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Sonja, 11 September 2010

Das liest sich schön melancholisch, traurig vor allem aber hoffnungsvoll.

® sämtliche Textrechte liegen bei Arne Pahlke/Wortmutation