Narrenfreiheit

Arne Pahlke, September 1994

 

Nach wem streckst du deine Ärmchen aus?

Sag, auf welches Wunder wartest du?

Verkaufst mir strahlend deines Lebens Lauf.

Immerfort und immerzu.

 

Nein, dein Ende, es war nicht plötzlich da.

Doch du grinst, als wäre dir jeder Ausgang recht.

Du bist ein feixend kichernd wirrer Narr;

bist dir dein eigner Knecht.

 

Doch die Zukunft rückt auch auf deinen Kasperleib;

wird dir deine närrische Freiheit schon entreißen.

Denn du bist nicht das Uhrwerk deiner Zeit.

Beginne zu begreifen!

 

Du Narr, was muss noch deinen Weg passieren,

damit du endlich einlenkst und kapierst?

Du hast doch nichts mehr zu verlieren,

da du ständig nur spazierst.

 

Du Narr, du hattest so unendlich viele Wege frei.

Doch was hast du getan? - Du wähltest keinen!

Du machst dich zum Clown und gefällst dir dabei,

alles Dasein störrisch zu verneinen.

 

Dabei umschriebst du so blumig deines Lebens Ziel.

Doch all deine Reden, nur Schall und Rauch!

Denn eine jede Last wird dir schon bald zuviel,

und du selbst wirst es dir auch.

 

Wirst du, oh kindisch lächerlicher Narr,

dir deiner eigenen Dummheit je gewahr?

Willst du weiter dich hoch und höher noch ummauern,

dich Tag um Tag nur immerzu bedauern?

Narrenfreiheit

Du vermagst es doch, logisch zu denken;

benennst zynisch die Probleme unserer Welt.

Willst du dich nicht einmal nur dem Jetzt verschenken,

du fabelhafter Antiheld?

 

Du Narr, musst du dich auch selbst umschlingen?

Hängst röchelnd in der Luft und nennst es schweben.

Und immer wieder hört man dich, den Narren, singen:

„Oh wie frei gehe ich doch durch mein Leben!“

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