Nutte

Arne Pahlke, Oktober 1997

 

Nutte!

Unübersehbar und so durchschaubar

hetzt dies Wort an ihrer Wohnungstür.

Ausgewrungen, hingekotzt, verächtlich geschwungen,

der Pinsel der plakativen Läuterung.

Von vermummten Rudeln aufgetragen.

Sozusagen: Säuberung!

 

Unsichtbar schlitzen ihre Blicke eiskalte Trennungsgräben,

untergraben ihr die Luft zum Leben,

lächeln ihr die Atemnot.

 

Zur Prostitution gezwungen - von Aksel Waldemar Johannessen

 

Es gibt sie noch, ich sah sie schon, im Traume, doch!

Ich sah sie singen, patrouillieren, sich summieren.

Ich sah sie morden, so wie Bestien, auf allen Vieren.

 

Ist sie denn rechtlos degradiert

diesem Steinwurf aufgezwungen?

Ist sie als Daseinsform flambiert,

für sie ein Teil der Niederungen?

 

Und sie blieb,

ihrer Scheinmoral zum Trotz!

Sie blieb’ ein Klotz am Bein von all jenen,

die sich selbst im Wege sind,

sie blieb ihr aller Prügelkind!

 

Und sie weiß:

Der Gerechtigkeitssinn

fügte sich in jeder Zeit

der Biegsamkeit

des Materials

Mensch!

schreibe einen Kommentar..
Dein Kommentar zum Text abgeben

leider noch kein Kommentar vorhanden. Sei der Erste, der einen Kommentar schreibt!

® sämtliche Textrechte liegen bei Arne Pahlke/Wortmutation