Pathologisches Orgasmusinstitut

Arne Pahlke, April  2006

 

 

Im pathologischen Orgasmusinstitut

siedet die Schmerzsaatgut

der Hurenmuttersöhne.

Hier schwillt ihre Blindwut,

blutet ihre Triebfontäne.

 

Hier keulen sich die Leidensknaben

ihre Tantalusqual begehrenswert.

Ihre Samenverluste tragen Narben

und ihre Schwellverbände

gedeihen zum Damoklesschwert.

 

Sie pumpen sich zum Druckausgleich,

hecheln sich ihre Wunden taub.

Sie verschiffen sich bilderreich

aus ihrem Misshandlungs-Aschetal,

aus ihrem Kinderstubenstaub,

in ihr vermeintliches Segensreich.

 

Foto von_R_K_B__Didi01

 

 

Dazu wringen sie ihre aufgestaute Qual

und rühren ihr heißes unheilbares Süppchen,

während sie in zähen Gedanken

unbefleckte Zuckerpüppchen

schänden.

 

Sie sehen diese Puppen sterben

unter ihren Händen,

genussvoll verenden,

während ihr verdorbener Keimbrei

aus ihren blutenden Lanzen schießt.

 

Waren sie jemals frei?

Welche Ohnmacht säte ihr Biest?

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