Puppenspieler

Arne Pahlke, Dezember 1995

 

Es war ein prächtiger Puppenjunge;

Und hübsch seine Wangenknochen,

die kuckten schön weit raus.

Ich denke, ich trennte seine Zunge,

weit hinten, im Rachen,

mit einem Brotmesser hinaus.

Er war lieb und schön wie ein Pfau,

hat immer ganz süß und breit gelacht.

Ich erwürgte ihn mit einem Tau,

das hab ich so rings um seinen Hals gemacht.

Er wurde erst rot, später dann blau,

doch viel zu schnell war der Junge kalt.

Also, habe ich ihn in den Wald

geschafft.

Fritz Haarmann

 

Ach so, vorher? Naja vorher,

haben wir noch ein bisschen Liebe gemacht.

Ich habe ihn gestreichelt, in die Arme genommen,

und dann ist es mir ratz-fatz auch schon gekommen.

Habe ihn in kleine Scheiben zerschnitten

und in Plastiktüten gepackt.

Alles fein säuberlich in kleine Stücke zerhackt.

Ist nicht viel dran, an so’nem Kindermenschen;

mag man gar nicht denken.

Wurde aber müde vom Knochen sägen

und musste mich erst einmal hinlegen.

Ja, und dann habe ich ihn vergraben.

Ach, wenn sie davon noch einen haben,

mit so hübschen Wangenknochen,

schön weit raus,

den nähme ich gern mit zu mir nach Haus.

 

Dieses Gedicht ist entstanden nach den Tonbandaufzeichnungen eines Verhöres mit einem der schlimmsten deutschen Serienkiller Fritz Haarmann

 

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