John Rambo

Produktionsland: USA/Deutschland

Erscheinungsjahr: 2008

Altersfreigabe: FSK 18

Laufzeit: 95 Minuten

Genres(s): Action, Krieg

Regie: Sylvester Stallone

Besetzung:   Sylvester Stallone, Julie Benz, Matthew Marsden, Graham McTavish,Reynaldo Gallegos, Jake La Botz  

 ® Arne Pahlke, 2010

Zunächst war ich etwas verunsichert. Ich fragte mich, ob ich womöglich im falschen Kinosaal gelandet bin und versehentlich einen B-Movie über eine verunstaltete halbmenschliche Bestie zu sehen bekommen sollte, die sich auf Grund ihres abstoßenden Äußeren in einen Dschungel zurückgezogen hat.

Jammerschade, dass es nicht so kam. Denn daraus hätte sich immerhin ein einigermaßen unterhaltsam-blödoider Horrorfilm entwickeln können.

Doch nein. Es kam alles viel schlimmer!

Ich war tatsächlich im richtigen Film gelandet und es lief der leibhaftige John Rambo durchs Bild. Ja wirklich, das annähernd mimiklose „Gesicht“, das uns Kinobesuchern in Großaufnahme auf der Leinwand zugemutet wurde, gehörte  Sylvester Stallone, einer der Action-Ikonen der 80er Jahre des letzten Jahrtausends.

Ok, der gute alte Stallone war noch nie für sein gutes Mimikspiel bekannt. Aber nachdem er sich unlängst geschätzte drei Liter Botox unter seine Gesichtshaut hat spritzen lassen, erinnert mich seine aufgedunsene Fresse an seine Rocky-Filme. Zumindest sah sein Gesicht dort  jeweils nach einem der  Endkämpfe aus. Und nun sah sein aufgeblasenes Meschugge-Face eben bereits vor dem Hauptkampf  aus, als handelte sich es um mutierten Schweinespeck. Rambos  Gebärden hatten etwas von der Mimik einer übel gelaunten Wasserleiche. Aber immerhin passte sie damit perfekt zum schrottreifen Film.

Worum geht’s es?

Eigentlich geht es doch immer um dasselbe, gleich ob man sich nun einen Rocky- oder Rambo-Film anschaut. Am Anfang dieser Aufgüsse will der gute alte grundgütig und debil glotzende Sly Stallone einmal mehr ganz ehrlich und wirklich nie-nicht-mehr kämpfen, um sich dann selbst von einer autistischen Klofrau zu einem weiteren großen Abschlachtfest überreden zu lassen. Und wofür er in seinen Rambo-Filmen letztlich kämpft, ist im Grunde genommen scheißegal. Da gibt es halt irgendwo böse Menschen, die noch dümmer sind als er selbst, weshalb sie sterben müssen.

 

“Ich mach euch alle platt!”

 

Die Produtionsfirma & Filmcrew lieferte in der Vergangenheit vor allem Direct-to-Video-Produktionen ab. Und nichts anderes ist John Rambo. Es ist eine absolut billige Billigproduktion, die allein von einem (einst) großen Namen lebt. Hätte nämlich irgendein unbekannter Schauspieler die Rolle des mordenden Hirnlosen besetzt, so hätte niemand Notiz von diesem schäbigen Machwerk genommen – so bedeutungslos und schlecht ist.

Ich musste übrigens laut lachen, als ich las, dass Sylvester Stallone mit seinem Film auf die katastrophalen Zustände in Birma aufmerksam machen wolle. Sorry Mister Botox, aber das ist ja fast so, als würde einer dieser fettleibigen Girllover nach Thailand reisen. Und nachdem er  sich dort  mit lauter blutjungen Mädchen vergnügt hat, will er sein Handeln im Nachhinein als Aktion gegen die Kinderprostitution verkaufen. Ja klar doch, ... aber versuchen darf man es natürlich. Tatsächlich aber beinhaltet dieser Film  keine verborgenen wichtigen Botschaften.

Und ja, es stimmt wirklich, was man sich so über John Rambo erzählt. Der Film ist nicht lustig. Angeblich will er auch nicht lustig sein. Bäh! Tatsächlich ist er leider nicht einmal unfreiwillig komisch. Nein, liebe Leute, Rambo 4 ist ganz einfach unsagbar primitiv und scheiße. Also dürfte er sehr vielen dummen Kiddys mit Amokphantasien gefallen.

“Ich mach euch alle platt!”

RA-TA-TA-TA PENG

Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Ich schaue durchaus gerne Filme, in denen unzählige Menschen getötet werden. Und solche Filme dürfen dann sogar um ein Vielfaches brutaler sein, als die Härte, die man in diesem Schundwerk zu sehen bekommt. 

John Rambo mangelt es einfach an fast allen Dingen, die einen guten Film ausmachen. So sind die schauspielerischen Leistungen überwiegend grottig. Und das von Sylvester Stallone auf drei (?) Seiten verfasste Drehbuch lässt die Vermutung zu, dass er sich das Botox nicht nur unter die Gesichtshaut sondern auch unter die Großhirnrinde hat einspritzen lassen.

Gibt es denn auch etwas Positives über diesen Film zu berichten?

Jawohl. Wenn John Rambo mit der Mutantenmaschinenpistole Menschen metzelt, so fliegen diese mitunter in einem wunderschön Zick-Zack-Kurs durch die Luft. Doch letztlich ist auch dieser Trick sehr billig – er wurde durch ganz schnelles „Vor- und Zurückspulen“ des Filmmaterials erzeugt.  

   1.5 von 10 Punkten

 

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 Zickzackkeule, 25. März 2010 - ich fand den Film auch ziemlich hohl. Aber er hat mich trotzdem ganz gut erhalten, womit ich ihn 5 von 10 Punkten gegeben hätte. Ich möchte  mich an dieser Stelle aber vor allem als Fan  deiner vernichtenden Filmkritiken outen und hoffe deshalb, das bald wider ein paar derbe Verrisse von dir kommen, PS: Die anderen lesen ich natürlich auch gern!” *g*

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