Rocker

Produktionsland: Deutschland

Erscheinungsjahr: l972

Altersfreigabe: FSK l2

Laufzeit: 84 Minuten

Genres(s): Drama, (unfreiwillige) Komik

Regie: Klaus Lemke

Besetzung:   Hans-Jürgen Modschiedler, Gerd Kruskopf, Michael-Thomas Krannich, Paul Lys, Marianne Mim, Heidrun Rieckmann, Dennis O. Heinrich

 ® Arne Pahlke, 2011

Rocker ist ein sympathischer kleiner „B-Movie“, der von einem 15jährigen Jungen erzählt, der nach dem gewaltsamen Tod seines Bruders (dessen Zeuge er wurde), in die Welt der Rocker und Zuhälter eintaucht.

Sämtliche Darsteller in diesem Film sind Laien und agieren in diesem Machwerk unter ihren tatsächlichen bürgerlichen Vor- und Zunamen. Der Familienname des Jungen („Modschiedler“), über dem sich in den Film z.B. wiederholt lustig gemacht wird, ist somit keine Wortschöpfung eines Drehbuchautors, sondern Teil des Charakters dieser liebenswürdigen Regiearbeit von Klaus Lemke.

Die Musik, die in dem Film zu hören ist, trägt maßgeblich zu der Atmosphäre dieses Machwerks bei. Unter anderem zu hören: Led Zeppelin (Rock n Roll), Van Morrison und Them (It’s all over now, baby blue),  Santana („Black magic woman“), sowie Stücke von Bob Dylan, Elvis, Rolling Stones(„Moonlight mile“ und „Sister Morphine“).

Und die oft hölzerne und mitunter regelrecht dilettantische Spielweise der Propagandisten wird durch ihr authentisches Auftreten gut kompensiert, obgleich das schauspielerische Unvermögen in manch einer Szene durchaus für unfreiwillige Komik sorgt. Doch man verzeiht es den Laiendarstellern sogar, dass ihnen – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes – mitunter die Worte ausgehen oder sie sich gleich direkt komplett ins Schweigen hüllen.

 

Junge - geh da mal rein, und frag mal, wie spät das ist!”

 

(Unfreiwillig) komisch wirkt (aus heutiger Sicht) vieles von dem Gezeigten, obgleich es bei Entstehung des Filmes (im Jahre 1972)  sicherlich weniger dem Zweck der Erheiterung dienen sollte. Doch die Mischung aus Milieustudie, „Easy-Rider-auf-dem-Kiez-Movie“ und Laienspiel, die seinerzeit allein unter dem Gerne „Drama“ geführt wurde, genießt heute (vor allem in Hamburg) in bestimmten Kreisen nicht zuletzt auch wegen seiner unfreilligen Komik einen gewissen Kultstatus.

So wartet der Film u.a. mit einem Sammelsurium von Sprüchen auf, die damals wirklich cool und „in“ waren; - aber heute eben nur noch für ein nostalgisch-angerührtes  Schenkelklopfen sorgen.

Ein paar Beispiele gefällig? Na, gerne doch:

„Pass mal auf, dass ich Dir keine reinhau‘, Torte!“, „Du flackst mir nicht – ich schwör‘s dir!“, „Hassu schon mal gebumst? Komm, wie du aussiehst, hassu doch bestimmt schon mal gebumst?“ „Wer rauchen kann, kann auch saufen!”,  „Mach Dich grade, du Klappstuhl!”,“Du kalter Puffer!“,oder „Ein Daimler ist ein Daimler, und das ist mein Daimler.”

Wenn man solche alten Zoten hört,  dann kann kurzfristig fast so etwas wie ein „Werner-goes-to-Reality-Feeling“ aufflackern.

Doch auch, wenn der Film allein aufgrund seiner Sprüche für den einen oder anderen Schmunzler sorgt, ist der Plot eigentlich tragisch. Allerdings kommt die Tragik der Geschichte aufgrund begrenzter  darstellerischer Fähigkeiten nur selten wirklich zum tragen.

Wer in Hamburg (oder in der Nähe) wohnt, kann sich “Rocker” übrigens noch  immer  im Programmkino im Schanzenviertel (Kino 3001) ansehen, wo dieser - auch 40 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung - noch immer in regelmäßigen Abständen  gezeigt wird.

   7 von 10 Punkten

 

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irgendwat, 23 Mai 2011 - wenn, dann die Sprüche schon richtig rezitieren. Er sagte nicht: "Mach Dich grade, du Klappstuhl!" sondern "  Du bist dochn Kerl oder was? Mach Dich grade!" und "Du meinst also, dass Du das Geld nicht zurückbekommst, Du Klappstuhl, oder was?"

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