Sadist (Sadismus)

Der Begriff Sadismus fand erstmals wissenschaftliche Erwähnung durch den Gerichtsmediziner Richard von Krafft-Ebing; - und kam zu seinem Namen durch den französischen Adeligen Donatien-Alphonse-Francois  Mariquis de Sade.

Es muss deutlich unterschieden werden zwischen einem kranken Sadisten (also jenem, der Befriedigung in NICHT einvernehmlich gelebter Sexualität sucht)  und einem sadistischen veranlagten Mann, der etwa im Bereich des BDSM in die Rolle eines Tops (Meister, Sir etc.) schlüpft und seine Neigung dabei zum eigenen sexuellen Lustgewinn (im beiderseitigen Einvernehmen) mit einem masochistischen (Bottom) Partner sucht und auslebt. 

 

Mariquis de Sade
Mariquis de Sade

 

Beide Typen erfahren einen Lustgewinn vor allem dadurch, indem sie andere Menschen demütigen, unterdrücken und/oder ihnen seelische/körperliche Schmerzen zufügen.

Ein Sadist, der einvernehmlichen Sex mit einem Masochisten sucht,  versucht Gewalt und Macht über diesen auszuüben. Dies erreicht er  u.a. durch Unterdrückung, körperliche Gewalt, Demütigungen, Fesselungen, Herabwürdigungen, sexuelle Benutzung, Bloßstellung und Vorführungen, Beschämung oder Besudelung seines Sexpartners. Und bei längeren Verbindungen (siehe auch unter:Meister-Sklave-Beziehung) versucht ein Sadist überdies häufig zusätzlich Gewalt über das Denken und Handeln seines masochistischen Partners zu gewinnen; -  will sich diesen seelisch wie körperlich quasi teilweise „einverleiben“.

Bei einem krankhaften Sadisten verbirgt sich hinter seiner sadistischen Neigung oft der Versuch einem tiefsitzenden Ohnmachtsgefühl zu entkommen. Aus tiefenpsychologischer Sicht versucht ein solcher Sadist durch seine Handlungen vorhandene Minderwertigkeitsgefühle zu kompensieren. Der Sadist handelt also (unbewusst) nach dem Motto:  Bevor etwas mich zerstören kann, werde ich es zerstören! Das soeben Erwähnte trifft teilweise auch einige jener Sadisten zu, die einvernehmlichen Sex suchen.

 

Foto - Copyright - ANDROLEX
ein Masochist als “Kriechtier” und “Schoßhund”

 

So haben etliche normale Tops durchaus auch Phantasien (lese hierzu auch:  Sklavenphantasien (unrealistische), die sich nach dem Prinzip des einvernehmlich ausgelebter Sexualität ausleben lassen. Also leben sie diese nicht aus, sondern modellieren daraus z.B. ein Rollenspiel, in dem nicht einvernehmlicher Sex simuliert wird (wie etwa eine Entführung und/oder Vergewaltigung, Gefangennahme, Folter, Kastration etc.).

Ein Sadist bleibt bei allem, was er tut, stets von seinem masochistischen Sexualpartner abhängig, ebenso wie dieser von ihm. Und da viele Sadisten eine solche Abhängigkeit (wie auch viele Masochisten) scheuen, lassen sie sich nur selten auf längere Beziehungen ein, auch wenn diese in seinen Vorstellungen meist eine große Rolle spielen, auch weil sich nur darin all ihre Sexphantasien verwirklichen ließen..

Eine ausführlichere/genauere Definition findet sich unter dem Punkt: Sadomasochismus (SM) 

siehe auch unter: Sadist (Sadismus), Sadomasochismus (SM), Masochismus, Abbinden (Penis/Hodensack), BDSM, Bondage (Fesseln & Fesselspiele), Branding(s), Drill, Flag (Flagellation), Fisting (Handballing), Freud, Sigmund, Hoerigkeit, Demut, Gerte, Peitsche, Rute, Paddel usw., Gewichte (beim SM-Sex), Gummi (Latex), Handschellen, Hanky-Codes (Farbcodes), Kaefige & Zellen (SM-Mobilar), Kink-Sex, Keuschheitsguertel  Keuschheitshose, Kastration & Kastrationsphantasien, Meister, Sir, Herr (Anredeformen), Katheter-Spiele (Blasenkatheter), Knebel (SM-Utensil),Klammern (SM-Utensil), Kitzeln & Kitzelspiele, Masken (BDSM-Utensil), MSC, Meister-Sklave-Beziehung, Nadeln & Nadelspiele, Natursektspiele,Besudelung & Besudelungsphantasien, Opfer-Mentalitaet, Paschas (sexuelle), Playrooms (für BDSM), Scat  (Kaviar) Scatspiele, Schlammspiele (Mud-Games), Reizstrom (Elektrostimulation), Tabubrueche (sexuelle), Todestrieb, Top, Bottom, Verantwortungsbewusstsein (beim Sex), Uniformen (schwule), Verbalerotik & Verbalerniedrigung, Ventilfunktion, Rollenspiele (beim Sex), Sklave (Sex-Sklave), Sklavenphantasien (unrealistische)

schreibe einen Kommentar im ANDROLEX

Sämtliche Einträge in diesem Lexikon wurden von Arne Pahlke verfasst. Und sämtliche durch den Seitenbetreiber erstellten Texte unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jegliche Art der Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechtes (also auch das Übertragen auf die eigene Webseite) bedürfen der schriftlichen Zustimmung von Arne Pahlke. Nutzungen ohne Nennung des Urhebers sind ausdrücklich untersagt!