Schlafmohngeist

Arne Pahlke, Februar 2006

 

O, du großer Schlafmohngeist,

sag’ mir wie der Zauber heißt,

der mich in dir gefangen hält?

O, du großer Schlafmohngeist,

durch dich bin ich schon weit gereist

und klebe doch in deiner Welt,

die mich wiederholt zum Narren hält,

wie ein Kaugummi an deinem Abgrund fest.

 

O, du Wundersamen gegen Depression,

du Honigtau gegen mein Schmerzgeschrei.

Komm zu mir, der Preis steht dir frei!

Denn keiner lockt so schön wie du,

mit einer so zuckersüßen Absolution.

O, du Wundersamen gegen Depression,

schließ alle Türen nach mir zu

und führe mich in dein Himmelreich.

Schlafmohngeist

O, du großer Schlafmohngeist,

sag’ mir endlich wie dein Zauber heißt,

wie du Träume farbig harpunierst,

wie mein Bewusstsein sich in dir verliert

und in dir vor lauter Fülle überläuft.

O, du großer Schlafmohngeist,

durch dich dringe ich zum Kern der Zeit

und beweg’ mich doch vom Fleck nicht weg;

verlier mich nur grotesker Gelassenheit.

 

O, du trügerischer Poltergeist,

ich weiß jetzt wie dein Zauber heißt,

der mich in dir gefangen hält.

 

Du verpackst mit Watte mir die Welt

und färbst mir meine Träume bunt,

hältst mich gefangen dafür in deinem Schlund

und reibst mir mein Bewusstsein wund.

O, du trügerischer Poltergeist,

du schenkt sie nicht, du stiehlst die Zeit,

und verlangst für diesen Zeitvertreib

meinen Seelenfrieden und mein Leib.

Und dann lachst du mein Erwachen aus.

O, du fauler Zauber: O, du Teufel, komm endlich raus!

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