Sechsundachtzig Freunde

Arne Pahlke, Juli 2010

 

Friedrich hatte theoretisch sechsundachtzig Freunde;

doch praktisch hatte Friedrich keinen.

Denn seine Freundschaften glichen Abstellräumen,

Sollbruchstellen an Halteseilen.

 

Er hielt sich Freunde zum Vergnügen,

als Platzhalteräffchen gegen seine Langeweile.

Er liebte es, über seine Freunde zu verfügen,

als besäße er an ihnen irgendwelche Geschäftsanteile.

 

sechsundachtzig Freunde

 

Friedrichs Freundschaften waren hohl und nichtig;

doch er war selbst zu hohl, um dies zu sehen.

Und  erst am Sterbebett  - mit sechsundachtzig

konnte er sich dies vor sich selbst eingestehen;

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