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Selbstmordversuch-Überlebenshilfe
Selbst die rezeptpflichtigen Stimmungsaufheller vermögen es nicht, meine suizidalen Gedanken mit Licht zu durchfluten. Doch ich werde mich nicht einfach so an den Nagel hängen oder sonst wo hin. Es bedarf keiner pathologisch inszenierten Weichenstellung ins Jenseits. Und andererseits möchte ich mir auch keine Selbstentgleisung vorwerfen lassen. Außerdem gibt es so viele Gründe weiterzuleben, erzählt man sich. Doch es gibt noch viel mehr, Schluss zu machen, ist meine Meinung. Nur nicht unbedingt heute. Und morgen ? Na ja, vielleicht. Mal sehen, wie’s Wetter wird.
Der großmäulige Lauf meines Revolvers liegt abzugsbereit, stimmungsgeladen, im Apothekerschrank. Als wirkungsvolles Beruhigungsmittel. Und die in der Trommel verbliebenen 3 Geschosse schießen mir allabendlich durch den Kopf. Die entwichenen fünf Projektile recken sich anklagend aus dem Blümchenmuster der Tapete. Feigling, singen sie. Feigling. Ich höre aufmerksam an ihnen vorbei. Mir geht’s eigentlich recht schlecht. Doch da es sich hierbei um einen Dauerzustand handelt, habe ich mich so vorzüglich mit dieser meiner gedämpften Gemütsverfassung arrangiert, dass es mir an nichts fehlt. Hin und wieder sehne ich mir den Tod herbei, aber ansonsten geht’s mir wirklich prima! Nein wirklich, ich habe alles, was ich brauche und brauche nichts von alledem, was ich habe. Ausgenommen mein Revolver, den ich auch nicht unbedingt brauche, aber dennoch froh bin, ihn hin und wieder zu umklammern, um ihn vielleicht irgendwann einmal einzusetzen.
Ich bin’s auch - nur vergänglich. Und wer vergeht, muss nicht von selbst gehen wollen. Er wird auch so übergangen, und zwar unumgänglich gänzlich. Das ist mir schon klar. Aber man wird doch mal drohen dürfen, oder? Manche Menschen werden so alt, die überleben mit der Zeit ihr eigenes Leben. Anderen geht halt die Puste aus oder die Munition dezimiert sich bedrohlich ihrem Ende entgegen. Drei Versuche hast du noch, singen sie wieder und kugeln sich vor Lachen. Wenn ich das Wort - SELBSTMORD höre, hängt mein ausgepresster Verstand wie von selbst den VERSUCH hintendran. Denn das, und nichts anderes, ist er doch meistens - der flehende Versuch, ihn doch bitte zu überleben ! © Arne Pahlke, Januar 1996 |
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Klaus-M., 10 Mai 2010 - Ernst gemeinter Rat: Lass das, bitte, mit diesem Deinem Revolver! Acht Kammern in der Trommel, das kann nur Kleinkaliber sein. Damit kann man bei einem Selbsttötungsversuch ganz furchtbare Dinge anrichten! Ich habe schon von Leuten gehört, die haben es mit so etwas versucht, die waren hinterher nicht tot, aber blind! Oder schwachsinnig! Oder beides!Also immer ein möglichst großes Kaliber verwenden und vorn in das Projektil ein Kreuz einkerben (feilen oder sägen) - nein, nicht aus religiösen Gründen, aber dadurch wird das abgefeuerte und um die Längsachse rotierende Geschoss zum Fräskopf. Den Lauf in den Mund stecken und die Mündung auf den Gaumenknochen aufsetzen - dann feuern. Vorteil 1: Dein Gehirn wird püriert und Du bist mit absoluter Sicherheit sofort tot, ohne unerwünschte Spätfolgen... Vorteil 2: Dein Gesicht sieht danach noch annehmbar aus, allerdings ohne Hinterkopf...Wenn aber das Wort SELBSTMORD schon die Ergänzung -VERSUCH nach sich zieht, ist es vielleicht gar nicht der Wunsch, tot zu sein? Ist es vielleicht der sehnliche Wunsch, irgend jemand möge endlich Deinen verzweifelten Hilferuf hören und wenn Du Dir dabei sprichwörtlich die Seele aus dem Hals brüllen müsstest? Diese Hoffnung sehe ich nicht mehr. Ich habe es mit Schlaftabletten versucht, wollte wirklich, dass endlich Schluss ist. Mit den modernen Schlaftabletten geht das aber nicht! (Immer den Beipackzettel lesen!) Man hat dann aufgepasst, dass ich es nicht wieder versuche und mir erklärt, dass man positiv denken muss. Wirkliche Hilfe kam nicht. Und so sind die Gedanken an die "letzte Ausfahrt Suizid" nach wie vor in meinem Kopf, als allerletzte Möglichkeit, die immer noch bleibt. Wortmutation: Hallo Klaus! Viele Texte, die ich verfasse, haben etwas mit mir zu tun. So auch sämtliche Texte, die das Thema Suizid zum Inhalt haben, da ich diese Form des Abgangs seit ungefähr 20 Jahren als die für mich Wahrscheinlichste ansehe; - wenngleich ich seit einigen Jahren eher den feigesten Selbstötungsweg begehe (lese hierzu:Neulich im Selbsttoetungsinstitut). Doch oft ist es so, wie auch bei der Selbstmordversuchüberlebenshilfe, dass die Texte zwar etwas mit mir zu tun haben, ich aber nicht handeln würde, wie ich die Figuren in meinen Texten/Gedichten handeln lasse. Ich würde mir z.B. niemals eine Kugel durch den Kopf jagen. Nicht zuletzt deshalb, weil ich weiß wie viele dies überleben. Dies täten sie allerdings nicht, wenn sie es machen würden, wie von dir beschrieben. Meine favorisierte Suizidmethode ähnelt der Einnahme von Schlaftabletten; - nur führt sie weitaus sicherer zum Tod und dieser käme höchstwahrscheinlich angenehmer daher - es ist die 22te Suizidmethode (Tod durch Morphium) in meinem FSK18-Bereich. |
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® sämtliche Textrechte liegen bei Arne Pahlke/Wortmutation |
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