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Skandalpresse (anti-)schwule) Die Regenbogenpresse lebt von den Skandalen; vor allem aber von den vielen „Pseudo-Skandälchen“ dieser Welt. Und für eine sensationslüsterne Story ist vielen Journalisten fast jedes Mittel recht. Und immer wieder muss die Homosexualität als reißerischer Aufmacher herhalten. Oft geht es bei den flachgeistigen Artikeln darum, dass irgendein Prominenter mit der Homosexualität in Verbindung gebracht werden kann. Und in einem solchen Fall darf es dann auch ein B- oder C-Promi sein. Wenn er nur in Verdacht steht, schwul zu sein, kann man daraus dennoch eine hübsch medienwirksame Story zusammenbasteln. Ein schon seit Jahren aus einer drittklassigen Soap herausgeschriebener Depp reicht dann bereits aus, um zu titeln: „Beliebter Teeniestar schwul! Hunderttausende Mädchen weinen!“
Ich frage mich bei solchen reißerischen Titeln immer wieder, wie weltoffen und tolerant wir Deutschen tatsächlich sind, wenn z.B. das (oft erzwungene) Bekenntnis eines Prominenten zu seiner Homosexualität die Auflagen der Boulevardblätter noch immer in die Höhen treibt. Und häufig genügt ja bereits der bloße Verdacht, um daraus quasi eine Endlosserie zu installieren. Aber nicht nur (Zwangs-)Outings werden gerne lang und breit ausgeschlachtet. Die Boulevardpresse erigierte ja förmlich bei Storys wie der von Walter Sedlmayr und Rudolf Mooshammer. So etwas hätten manche Schmierblätter am liebsten jede Woche. Eine „homogene“ Wunschheadline der größten deutschen Tageszeitung könnte z. B. lauten: „liberaler Spitzenpolitiker mit minderjährigen aidskranken Stricher im Hotelbett überrascht. Deutschland vor dem Abgrund!”
siehe auch unter: AIDS-Hysterie, Liberace, Wladziu Valentino, Erregung oeffentlichen Aergernisses, Öffentlichkeit & Gesellschaft, Kiessling-Affaere, Warmduscher, Fernsehen & Medien, Praunheim, Rosa von, Spanner-Klappen-Affaere, Zwangsheterosexualitaet |
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